Wohnhaus

Leostraße 33 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7379
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leostraße 33, 50823 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut um 1890; 2 1/2 Geschosse; ausgebautes Dachgeschoß (Dach um ca. 2 m angehoben); 3 Achsen, Eingang in der rechten Achse; Stuckfassade mit reicher plastischer Gliederung in Anlehnung an Renaissance-Formen; linke Hausachse durch dreiflügeliges Fenster im EG und Balkon mit Fenstertür im OG ausgezeichnet; EG durch profilierte Lagefugen als Sockelgeschoß, OG durch reichen plastischen Schmuck als "bel étage" gekennzeichnet; Drempelgeschoß bildet oberen Fassadenabschluß; das mittlere und rechte Fenster im OG und die Fester des Drempelgeschosses sind erneuert, ebenso der gesamte Dachbereich; Rückfront: im linken Bereich vorgestuft; rechter Hand durch Wintergärten geschlossen; Fenster erneuert, Wintergarten im OG neu; Terrasse auf dem vorgestuften Bauteil neu; Rückfront komplett verputzt; Innen original: Gewölbekeller, ornamentierte Bodenfliesen im Vorflur und Treppenhaus; hölzerne Treppenanlage (Geländer nach dem Krieg erneuert); im Bereich des ausgebauten Dachgeschosses ist die ursprüngliche stuckverzierte Einfassung des Treppenhausoberlichtes (nicht erhalten) zweiseitig in den Umbau integriert; Bestandteil des Denkmals ist die hofseitige Einfassungsmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jh. auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o.g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Der in weiten Bereichen das Erscheinungsbild Ehrenfelds prägende Typus des sog. Dreiachsenhauses wird hierbei durch die 2 1/2 Geschossigkeit und die reich ornamentierte Fassade variiert.

Die Geschoßaufteilung in einen Sockelbereich, eine sog. "bel étage", dem repräsentativen Wohnbereich, sowie dem Mezzanin ist von Stadtpalästen der Renaissance abgeleitet und wird durch eine geschoßweise variierte Ornamentik in ihrer Funktion betont. Der abgerundete Zierbalkon im 1. OG unterstreicht den repräsentativen Anspruch in einer für die Leostraße außergewöhnlichen Weise, wodurch sich das o.g. Objekt innerhalb der geschlossenen Bebauung abhebt. Als einer der frühesten in wesentlichen Merkmalen enthaltenen Bauten der Leostraße, errichtet vom Bauunternehmer Zilkens, ist das o.g. Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0