Wohnhaus

Siemensstraße 44 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7777
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siemensstraße 44, 50825 Köln
Baujahr1909
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1996
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1909; Fassade: 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 2 Achsen (Eingang Mitte links); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstils (kombinierte und überformte Elemente des Klassizismus' und Barock); rechte Gebäudeachse durch Parterre-Erker mit Balkon (mit Balustrade) und Zwerchhaus mit Krüppelwalmdach betont; Dachgeschoß links mit ViererFensterreihe; Kellersockel, Erker und Teil des EG mit aufgeputzter Quaderstruktur; restliche Wandfläche glatt verputzt.

Innen original: gesamte Innenausstattung aus der Erbaungszeit.

Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit einer schmiedeeisernen Einfriedung und der rückwärtige Garten.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde wenig später St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u.a. entlang der Siemensstraße, die eine Querverbindung zwischen Subbelrather und Nußbaumerstraße herstellt.

Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei sein Anliegen durch zwei städtische Planungen unterstützt wurde. Dies war zum einen die 1910 geplante und bis 1913 fertiggestellte Blücherparkanlage und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels. Der Verlauf des Gürtels war um die Jahrhundertwende herum festgelegt worden und wurde in Ehrenfeld um 1910 angelegt und schnell bebaut.

Auffällige Merkmale des o.g. Objektes sind der reduzierte Schmuckaufwand und die Betonung der Kubatur (Erker, glatt verputzte Wandflächen, markanter Dachaufbau). Dies ist nicht etwa ein Hinweis auf eine finanzschwache Erstbewohnerschaft, sondern spiegelt vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen, die als Reaktion auf die mitunter überaus reich geschmückten und zuweilen als überladen empfundenen Gründerzeitfassaden zu verstehen ist.

Die Siemensstraße ist in ihrem stadtauswärtigen Abschnitt zwischen Eichendorff- und Nußbaumerstraße durch symmetrisch aufeinander bezogenene Hausgruppen von meist zwei Häusern gesäumt. Innerhalb dieser großzügig angelegten Vorortbebauung gehören Vorgarten und rückwärtiger Garten zum Typus der Häuser, die dadurch in ihrer Gesamtheit großangelegte Blockstrukturen mit weitläufigen Grünflächen im Inneren bilden (wie z.B. Siemensstraße/Nußbaumerstraße/Ehrenfeldgürtel/Eichendorffstraße). Das o.g. Objekt ist ein typisches, für die Neuehrenfelder Bebauung unverzichtbares bauliches Dokument und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0