Wohnhaus
Siemensstraße 33 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7722 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siemensstraße 33, 50825 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.12.1995 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1907; 2 Geschosse; ausgebautes Mansarddach mit Zwerchgiebel und originaler Gaube (rechts); 2 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung in Formen des Jugendstils; linke Achse durch eingeschossigen Standerker (konvex geformt) und Dachaufbau (mit Knickgiebel) betont; Kellersockel mit aufgeputzter Quaderstruktur; übrige Wandfläche glatt verputzt; Fenster-, Tür- und Giebelrahmung unterschiedlich gestaltet (Profilierungen, ornamental gestaltete Stürze; Giebelfeld durch markante Fensterform und reiche Ornamentierung betont); Gaubenabdeckung nimmt Giebelumrißform auf; profiliertes Erker- und Traufgesims; Fenster/Tür erneuert; Rückfront: 3 Achsen; backsteinsichtig (Horizontalgliederung/Betonung der Stichbögen mit gelbem Backstein); rechts Wintergarten mit Balkon (originales Metallgeländer); Brüstung und Treppenaufgang Wintergarten (ursprünglich offen) als Balustrade mit Profilierungen/Kanneluren (Antrittspfosten); zwei in der Substanz originale Gauben; Kellertür und -fenster original; restliche Fenster erneuert.
Innen original: Terrazzobelag im Entrée/EG-Podest; hölzeren Treppenanlage (Antrittspfosten, Geländer, Handlauf, Stufen); Keller- und Speichertür; Stuck: EG-Straßenraum (Hohlkehle mit doppelter Leiste gefaßt), EG-Gartenzimmmer (Hohlkehle und flache Mittelrosette); OG: Stuckkehlen (evtl. Rosette im Gartenzimmer, unter Tapete verborgen); Badezimmertür OG (hinten); Grundrisse.
Bestandteil des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung (Sockel mit Metallgeländer) und der rückwärtige Garten mit den seitlichen Mauerzungen.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und der Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.
Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Siemensstraße, die eine Querverbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumerstraße herstellt. Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei zwei städtische Planungen sein Anliegen unterstützen. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt), der um 1910 hier angelegt und schnell bebaut wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der ursprünglichen hier wenig veränderten Bebauung, die aus symmetrischen Hausgruppen von meist zwei einander ähnlichen Gebäuden bestehen (die Nr. 31 als Pendant des o. g. Objektes wurde stark verändert; der Standerker belegt jedoch die Zusammengehörigkeit). Auffällig sind der reduzierte Schmuckaufwand, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichte und strenger wirkende Formen und die Betonung der Kubatur (Erker, sparsam gegliederte Giebelfronten).
Innerhalb dieser grozügig angelegten Vorortbebauung gehören Vorgarten und rückwärtiger Garten zum Typus des Hauses, das als ein für die Neuehrenfelder Bebauung und ihre stadteilspezifische Ausprägung typisches Beispiel ein unverzichtbares Dokument darstellt, das unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0