Wohnhaus
Robert-Heuser-Straße 18 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1592 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Robert-Heuser-Straße 18, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.08.1983 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend geschlossen erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Dieser Vorort, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jahrhundert eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert erstreckte sich hier der Gutshof Marienburg, auf dessen Gelände Ernst Leybold nach Plänen des Stadtbaumeisters H.J. Stübben eine Villenkolonie anlegen ließ. Bedeutende deutsche Architekten, wie Paul Bonatz, Otto Merck, Hermann Olbrich und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens geschaffen, die zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen ein wertvolles Bild der Architekten aus der Zeit des Anfangs der Moderne darstellen. Das Haus ist deshalb erhaltenswert aus städtebaulichen und architektonischen, aber auch aus kunstgeschichtlichen Gründen.
Die o.g. Villa ist der rechte Teil einer dreiteiligen Villengruppe aus der Zeit um 1925, die der bekannte Architekt Mervill als axiale Anlage aus Reihenhäusern mit Mittelbau und Eckgebäuden konzipiert hat. Die Häuser sind durchgängig in rötlichen, glatten Mauerziegeln erstellt und beziehen ihre Wirkung aus der Plastik der Baugruppe: Die beiden Seitenhäuser unter stark auskragenden Walmdächern mit deutlich einknickendem Aufschiebling, der Mittelgiebel als knapp aufsitzendes Satteldach mit seitlich einem kurzen Stück horizontal verlaufenden Traufanschlüssen, wodurch sich das Mittelteil nochmals deutlich von den zurück springenden Seitenflügeln absetzt.
Das Gebäude liegt hinter einem circa fünf Meter tiefen Vorgarten und wird über eine sechsstufige Eingangstreppe betreten. Über der Eingangstüre wölbt sich das um das Gebäude herum verlaufende Deckengesims stichbogenförmig mit einer darüber liegenden Rollschicht im Mauerwerk. Die Fenster im Erdgeschoß sind zur Straße hin aus vier hochrechteckigen Öffnungen gekoppelt und mit einem Werksteinrahmen eingefaßt. Die Holzfenster sind in allen Geschossen original erhalten geblieben.
Im ersten Obergeschoß springt der linke, zurück gesetzte Teil des Gebäudes über einem schmalen Pultdach nochmals zurück.
Die Fenster sind im schmucklosen Mauerwerk fast alle quadratisch, vier Fenster, davon zwei mit Klappläden, weisen zur Straße, eines ist seitlich angeordnet. Im schiefergedeckten Dach ist im Risalitgebäude eine Gaube, im Zwischenteil eine doppelfenstrige Dachgaube festzustellen.
Die Rückansicht ist zu einem tiefen, teilweise noch originalen (Wasserbecken!) Garten hin ausgerichtet. Der hier durchlaufende Balkon steht auf runden, verputzten Säulen, die in einem Kreissegment einen im Erdgeschoß liegenden, weitgehend verglasten Wintergarten einschließen. Das erste Obergeschoß ist zum Garten mit einer fast durchlaufenden Fensterfront und Balkontüren geöffnet. Auch die rückwärtige Fassade wird durch einen risalitartig vorspringenden, seitlichen Balkon in das in deer Straßenansicht vorgezeigte System der Hausgruppe einbezogen.
Das Innere des Gebäudes überzeugt durch seinen kongenialen Ausbau, der sich ebenfalls am Stil des englischen Landhauses orientiert. Haus- und Zimmertüren sind original erhalten geblieben, im Wohnzimmer ist ganzflächig eine bemerkenswerte Stuckdecke anzutreffen. Die Eingangshalle mit Holztreppe und Holzgeländer weist einen Boden aus quadratischen, zweifarbigen Marmorplatten auf. Einbauschränke, vor allem eine vollflächige Holzvertäfelung der Wand und der Kamin sind original erhalten.
Die städtebauliche Situation ist durch die hervorragende Lage in Köln-Marienburg, nahe dem Südpark, gekennzeichnet. Selbstverständlich ist das Gebäude innerhalb der Dreiergruppe unverzichtbar für das Ensemble, aber auch die Gruppe selbst ist als Baudokument der zwanziger Jahre für die Robert-Heuser-Straße als Baudenkmal unverzichtbar. Der hier vorgefundene Kleinraum der Straße dokumentiert im Stadtteil Marienburg das Bauen zwischen den Weltkriegen für die gehobene Bürgerschicht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0