Wohnhaus

Robert-Heuser-Straße 14 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2530
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Robert-Heuser-Straße 14, 50968 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.07.1984
Stadtteil Marienburg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvorortes aus dem Beginn des 20. Jh. darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jh. eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jh. wurde auf dem Gelände nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt. Bedeutende deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto March, Herrmann Olbrich und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.

Die zwei- bis dreigeschossige Doppelvilla aus der Zeit um 1912 knüpft mit ihrer giebelständigen Fassade an Kölner Vorbilder in der Altstadt an. Die Gesamtkonzeption wird mit zeittypischen Stilelementen verbunden wie z. B. dem kurzen umlaufenden Pultdach über dem 2. OG oder den jeweils in den Außenachsen des EG vorgelagerten halbrunden Erkern mit aufsitzenden Balkons. Die Fassaden sind verputzt, der Stuckdekor beschränkt sich auf die Brüstungen der Balkons sowie auf die Fensterbereiche im zweiten OG, die bei beiden Häusern unterschiedlich behandelt wurden. Die Fassaden sind zur Straße hin zweiachsig. Die sehr große Tiefe der Gebäude bedingt einen seitlichen Eingang, der bei Nr. 14 von einem barockisierenden Mansarddach, bei Nr. 16 von einer eleganten Glas-Eisen-Konstruktion überdeckt ist. Die Fenster und die Hauseingangstüren blieben original erhalten. Vor dem Haus Nr. 16 sind die originalen schmiedeeisernen Gitter bemerkenswert. Beide Häuser haben ein über eine Außentreppe (aus Terrazzo) erschlossenes Hochparterre, da das Souterrain als Wohnraum genutzt wird. Der gemeinsame großzügig angelegte Gartenbereich weist alten Baumbestand (u. a. Zeder und Rotbuche) auf. Das Haus Nr. 14 wurde 1984 im Innern zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut, wobei Eingriffe in den Grundriß und der Einbau eines Aufzugs vorgenommen wurden. Es verblieben die Holztreppe mit barockisierendem Holzgeländer sowie im Eingang Fußbodenfliesen und teilweise originale Marmorverkleidung (altes Marmorwaschbecken als Dekoration). Das Haus Nr. 16 wird weiterhin als Einfamilienhaus genutzt, wobei der historische Ausbau weitgehend original restauriert wurde. Erhalten blieben überall die originalen Türen mit Türgewänden, im EG größtenteils mit Facettschliff verglast. Die weiße Vertäfelung im Eingang ist wie die Holztreppe mit Holzgeländer aus der Zeit; spätklassizistisch sind auch die Stuckverzierungen an den Decken, die in allen Räumen erhalten blieben. Den großen Wohnraum schmückt ein repräsentativer Kamin aus blauem Marmor, der einem Haus aus der Spichernstraße entstammt. Hinter dem Treppenhaus liegt eine reizvolle geschlossene Veranda. Auch im 1. OG blieben Decken, Fenster und Türen als historische Substanz erhalten. Im Schlafzimmer wurde die nischenartige Innenarchitektur für Bett und Schrank neu genutzt. Im 2. OG befinden sich etwas einfacher gestaltete Räume mit teilweise originalen Wandschränken. An allen Türen wurden die originalen Messingbeschläge vorgefunden. Das Haus Nr. 16 dokumentiert auch im Ausbau die Qualität und Geschlossenheit des originalen Bestands (originaler Parkettboden). Im Ensemblebereich Marienburgs weist die Robert-Heuser-Straße eine relativ späte, aber geschlossene Villenbebauung auf. Innerhalb dieses Ensembles ist die charaktervolle Villa als maßstabbildend für Marienburg unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0