Wohnhaus

Marienburger Straße 37 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1625
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Marienburger Straße 37, 50968 Köln
Baujahrum 1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.09.1983
Stadtteil Marienburg

Erbaut um 1903 von den Architekten Gottfried Schreiterer und Emil Below im Stil des Neobarock, Umbau 1926 von Architekt Wilhelm Riphahn (neu gestaltet wurden vor allem die Gartenfront sowie das Innere des Hauses; außerdem wurde der Hauseingang auf die andere Steinfassade verlegt). Frei stehender Bau auf verwinkeltem Grundriß; zwei Geschosse, Souterrain, ausgebautes Mansard- und Dachgeschoß, drei Achsen, axialsymmetrischer Aufbau mit Mittelbetonung, Ziergiebel und Parterre-Erker mit Balkon (originales Geländer) auf der Mittelachse, Putzfassade mit Werksteingliederung, Mansarddach mit zwei Gauben (straßenseitig). Fenster aus der Erbauungszeit bzw. aus der Zeit des Umbaus (zum Teil mit Vergitterung). Seitenfassade links mit Hauseingang und Treppe, originale Haustüre.

Gartenfront: Mittige Treppe aus der Erbauungszeit, sonst umgebaut mit Loggien (Erdgeschoß) und zweiter Treppe, Verbreiterung des Balkons (Obergeschoß) und Balkon im Dachgeschoß, zwei Gauben.

Im Inneren original erhalten (Erbauungszeit bzw. Zeit des Umbaus): Solnhofener Platten im Eingangsbereich, Holztreppe; im Obergeschoß Türen mit Beschlägen und Gewände, eine Stuckdecke, Wandschränke und Einbauten, Heizungsverkleidungen, Badezimmer; im Dachgeschoß Türen mit Beschlägen und Gewände; im Keller Terrazzoboden, Zimmertüren mit Beschlägen und Gewände.

Bestandteil des Denkmals sind auch die Gartenanlage mit Vorgarten, der als wesentliches Merkmal zum Typus der Gesamtanlage gehört, und die Grundstückseinfriedung.

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinn besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jahrhundert haben hier fast ausschließlich bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist.

Das Haus Marienburger Straße 37 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und, wegen seiner Gesamtplanung, auch städtebaulichen "Ensemble Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u.a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts seine spezifische Ausprägung.

Die herrschaftliche Villa ist in ihrer Gesamtkonzeption und Detailführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Als wichtiges Werk der Architekten Schreiterer und Below, aber auch als belegtes Werk des Architekt Wilhelm Riphahn - der Umbau wurde in den Bauzeitschriften als vorbildlich veröffentlicht - gilt dem Haus das besondere Interesse von Bauforschung und Architekturgeschichte der Stadt Köln.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0