Wohnhaus
Marienburger Straße 50 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3428 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Marienburger Straße 50, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.01.1986 |
| Stadtteil | Marienburg |
Die 2geschossige, 4achsige Villa mit Backsteinfassade, erdgeschossigem Mittelerker und Walmdach mit großem giebelbekrönten Zwerchhaus wurde laut Aussagen des Eigentümers im Jahre 1914 nach den Entwürfen des Architekten Josef Dräger errichtet. Kennzeichnend für dieses Haus ist eine strenge und äußerst klare Architekturauffassung, die sich in der konsequenten Axialität der Straßenfassade, der Verwendung nur weniger Baumaterialien und den mit Sprossen stark durchgerasterten hohen Fenstern (im ersten Stock mit grünen Schlagläden) ausdrückt. Diese Gestaltungskriterien lassen das Haus stilistisch in die Architektur des Neuklassizismus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg und die architektonischen Reformbestrebungen des Deutschen Werkbundes einordnen.
Das Innere des Hauses folgt, soweit es nicht durch den geschickten Umbau des Architekten Paul Pott im Jahr 1934 zu einem Mehrfamilienhaus verändert wurde, ebenfalls diesen Stiltendenzen. Bemerkenswert sind im Innern v. a. die Wohnhalle mit Stuck- und Balkendecke, der seitliche Treppenaufgang sowie die Buntverglasung im Foyer, die davon zeugen, daß das Haus in seiner Architektur als Gesamtkunstwerk behandelt wurde. Neben der Hauseingangstür sind nur wenige Türen im Innern original erhalten.
Bestandteil des Hauses ist auch der Garten mit seiner straßenseitigen Einfriedung.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architeketen Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Marienburger Straße 50 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er einer der ganz wenigen freistehenden der Zeit um den Ersten Weltkrieg darstellt; denn in diesen Jahren entstanden in Marienburg überwiegend Doppelvillen.
Das Haus Marienburger Straße 50 ist in seiner Gesamtkonzeption als auch der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Zudem ist es ein herausragendes Zeugnis der Architekturentwicklung der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Neben den o. g. Gründen besteht an der wissenschaftlichen Erforschung dieses Hauses besonders auch deshalb ein großes Interesse, weil es als eines der ganz wenigen baulichen Dokumente des Architekten Josef Dräger das Schaffen dieses Baumeisters überliefert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0