Wohnhaus
Marienburger Straße 52 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4533 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Marienburger Straße 52, 50968 Köln |
| Baujahr | 1920 bis 1921 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.03.1988 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das Haus Marienburger Str. 52 ist 1920/21 als Eckhaus zur Goethestraße errichtet worden. Der 2-geschossige und 4 Achsen große Baukörper mit ausgebautem Dachgeschoß im eingeknickten Walmdach zeigt einen geschlossenen rechteckigen Grundriß.
Die Hauptfront zur Marienburger Straße wird durch ihren symmetrischen Aufbau mit starker Betonung der Gebäudemitte durch einen Mittelrisalit und einem, mit profiliertem Dreiecksgiebel überdachtem 3-fenstrigen Zwerchhaus gekennzeichnet. Ein ebenfalls mittig ausgerichteter Altan mit Metallgeländer im 1. Obergeschoß wird von schlichten Pfeilern getragen und öffnet sich im Erdgeschoß zum Garten. Gesimse verlaufen als horizontale Gliederungselemente rund um den gesamten Baukörper und tragen so zu einer klaren Geschoßteilung bei. Belichtet wird die glatte Putzfassade durch hochrechteckige, fein gerahmte Fenster, die in Anlehnung an eine traditionelle Formensprache mit regelmäßigem Sprossennetz überzogen sind.
Die Rückseite des Hauses nimmt die Mittelbetonung durch Risalit - hier ist ein buntverglaster Erker mit Bleisprossen vorgelagert - wieder auf.
Ein schlichter Hauseingang an der Seitenfront zur Goethestraße führt ins Innere. (Ein Nebeneingang befindet sich seitwärts an der Fassade). Die originale Raumstruktur ist noch weitgehend erhalten, außerdem zeugen eine Holztreppe, geometr. Wandfliesen (EG) und schwarz weiße Bodenfliesen (1. OG), sowie der z. T. erhaltene Deckenstuck vom Zustand zur Erbauungszeit.
Die großzügige Gartenanlage trägt zu einer ästhetischen Einheit der Villa bei.
Das Haus Marienburger Str. 52 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvorortes aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkostells, auf dessen Grundmauern im 18. Jarhhundert eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert wurde auf dem Gelände nach Plänen des Stadtbaumeisters J. Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof angelegt.
Bedeutende deutsche Architekten haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen. Das Haus Marienburger Str. 52 ist innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil es ein Dokument für die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne darstellt. Erst durch die Vielfalt der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Das Haus Marienburger Str. 52 ist in seiner Gesamtkonzeption als auch Detailausführung ein Gebäude von großer baukünstlerischer Qualität und Bedeutung.
Kennzeichnend für den Bau ist eine strenge und äußerst klare Architekturauffassung, die Stilelemente des Klassizismus aufnimmt, um den herrschaftlichen Charakter der Villa zu unterstützten.
Das Haus Nr. 52 ist als typisches Beispiel einer repräsentativen Villenarchitektur in Köln-Marienburg unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0