Wohnhaus
Gilbachstraße 13 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1679 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Gilbachstraße 13, 50672 Köln |
| Baujahr | 1884 bis 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.10.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des nordwestlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmauern und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister H.J. Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Hier in der Nähe des Stadtgartens waren überwiegend Einfamilienhäuser des gehobenen Bürgerstands anzutreffen.
Das ursprünglich als Einfamilienhaus um 1889/90 erbaute Wohnhaus dokumentiert den Typ der Stadtvilla und weist über einem hohen Sockel-(Keller)Geschoß drei Vollgeschosse zu je zwei Achsen auf. Der rechte Gebäudeteil ist als Risalit leicht vorgezogen und wird im ersten Obergeschoß durch einen Balkon mit pallaideanischem Fenster sowie (ausgesetzte) schmiedeeiserne Deckenanker besonders betont. Das Mauerwerk ist in gelben Ziegeln, die Schmuckelemente in Werkstein ausgeführt, mit dem auch der glatte Sockel verblendet wurde. Durch die mit einem Korbbogen verbundenen Fensterarkaden im ersten Obergeschoß und die maßwerkartigen Oberlicht-Umrahmungen im zweiten Obergeschoß mit darüber liegendem, reich mit Muschelornamenten versehenen Kranzgesims wird stilistisch eine venezianische Renaissance-Fassade erinnert, in der auch noch gotische Elemente, wie die Fensterrose über der Eingangstüre, verwandt wurden. Dem 19. Jahrhundert verhaftet sind wiederum die korbbogen-artigen Werksteinüberdachungen im Erdgeschoß und die eingesetzten Bossen im ersten Obergeschoß. Decken- und Fenstergesimse schaffen die horizontale Geschoßgliederung.
Im Inneren erschließt eine (neuere) Wohnungstreppe die Etagenwohnungen, wo sich zum Teil sehr schöne Stuckdecken sowohl in dem parkwärts als auch in den zur Straße gelegenen Räumen erhalten haben. Dekoratives Balkenwerk mit dazwischen liegenden, stuckierten Feldern, zum Teil alte, originale Zimmertüren, originale Haustüre, Eingang mit Mosaikfliesen, Wandstuck und Kassetten, Deckenstuck.
In der Gilbachstraße hat sich im mittleren und südlichen Bereich auf beiden Seiten die alte Bausubstanz erhalten. Eine Verödung der Fassade wurde nur sehr vereinzelt vorgenommen. Dies ist besonders deswegen erforderlich, weil die gediegene Qualität des Materials (z.T. Werksteinfassaden) wie auch der Gestaltung unersetzbare Dokumente des gehobenen bürgerlichen Wohnens darstellen. Die westliche Straßenseite, in der das Gebäude steht, liegt zum ebenfalls denkmalgeschützten Stadtgarten und faßt diesen (mit zum Teil original erhaltenen Hausgärten) mit historischen Baudenkmälern ein. Das Gebäude ist deshalb ein unverzichtbarer Teil dieses Straßen- und Parkbereichs.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0