Wohnhaus
Gilbachstraße 9 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4104 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Gilbachstraße 9, 50672 Köln |
| Baujahr | 1889 bis 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.04.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Der Bau weist sich als dreigeschossiges, dreiachsiges, mit Souterrain und Giebelgeschoß versehenes Wohnhaus aus. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Hauses. Baugeschichtlich gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses. Bemerkenswert ist die baukünstlerische Gestaltung, die besonders an der Straßenfassade, einer Backsteinfassade mit detailreicher Stuckgliederung, zur Geltung kommt. Architektur- und Dekorformen sind frei nach dem Formschatz der Renaissance zitiert. Bis zum ersten Obergeschoß ist die Fassade streng achsial aufgebaut. Die Symmetrie-Achse betont ein Balkon. Im zweiten Obergeschoß tritt an die Stelle der ersten beiden Fenster ein Doppelkreuzstockfenster, das von einem Stufengiebel überragt wird. Durch diese Bauelemente wird die Fassade stärker asymmetrisch ausgerichtet. Die Symmetrie bleibt jedoch gewährt, indem die Fassade von Haus Nr. 11 im wesentlichen spiegelgleich ausgebildet ist. Beide Häuser ergeben eine auf Gesamtwirkung zielende Baugruppe. Ein charakteristisches Gestaltungsmittel des Hauses ist der Stuckdekor: kräftige, Souterrain und Erdgeschoß zum Bausockel zusammenfassende Rustizierung; portalartige Rahmung des Einganges durch Pilaster mit Knäufen; Profilrahmung der ersten Obergeschoß-Fenster, überspannt von mit Keilsteinen besetzten Rundbögen; Rundbogen-Verdachung des großen Kreuzstock-Fensters, die zur Rahmung des Giebelfensters überleitet, deren Rundbogenfeld ein Krieger-Kopf ziert; Fruchtgehänge mit Frauenkopf unterhalb des Giebelansatzes; profilierte, die Vertikale betonende Gesimse. Einige Fensterrahmen, Balkongitter und Souterrainfenstergitter belegen als originale Ausstattungsteile die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung. Von der historischen Inneneinrichtung sind vorhanden: Marmorausstattung (Fußboden, Differenzstufen) im Eingangsbereich und Erdgeschoß; Wand- und Deckenstuck/Eingang; Holztreppe mit gedrechseltem Geländer, Antritts- und Zwischenpfosten, zum Teil stuckierte Podestdecken im Treppenaufgang; Wohnungs- und Zimmertüren, Deckenstuck in den Wohnungen.
Ortsgeschichtlich dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der zum "Westend" gehörenden Gilbachstraße um 1889/90. Die nach Plänen des Stadtbaumeisters Josef Stübben 1881 begonnene Neustadt gilt als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Das Westend galt wegen seiner Vorzüge (Grünanlagen, breite Straßen, Vorgärten) als gehobenere Wohngegend, was sich auch auf die Bauqualität der Gebäude auswirkte und wofür das Haus Gilbachstr. 9 ein treffendes Beispiel ist.
Städtebaulich ist das Haus wichtig wegen seiner Zugehörigkeit zu einem größeren Denkmalensemble (Nr. 5 - 11) aus fast zeitgleichen Gebäuden. Dieses prägt in seiner Geschlossenheit, im Verein mit den historischen Bauten Nr. 27 - 29, 18 - 34, das Erscheinungsbild der Gilbachstraße.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0