Wohnhaus

Gilbachstraße 7 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4272
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gilbachstraße 7, 50672 Köln
Baujahr1889
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.09.1987
Stadtteil Neustadt/Nord

Das ursprünglich, wie mehrere Nachbarbauten, wohl als Einfamilienhaus geplante Gebäude wurde laut inschriftlicher Datierung (Maueranker) 1889 errichtet. Die 3-geschossige Backsteinfassade - das Giebelgeschoß wurde später erweitert - ist im Stil der niederländischen Renaissance gehalten. Die Stuckbossierung, der getreppte Giebel und vor allem der zierliche zu den Seiten hin abgeschrägte Giebel und vor allem der zierliche zu den Seiten hin abgeschrägte Erker im 2. OG sind wesentlicher Teil dieser Formensprache. Dazu gehört auch die original erhaltene Haustüre, die mit reichem Stuck im Stil der Neorenaissance bekrönt wird. Die Fenster wurden größtenteils original-ähnlich erneuert.

Im Innern zeigt die Eingangshalle noch den reichen gründerzeitlichen Ausbau: Differenzstufen in weißem und schwarzem Marmor führen ins Hochparterre, von wo eine aufwendige Holztreppe mit Balustergeländer (der Engelskopf des Antrittspfostens ging verloren) in die noch relativ original erhaltenen Obergeschosse führt. Das Hochparterre wurde weitgehend modernisiert, erhalten blieben dort der originale Fliesenbelag auf der Gartenterrasse, sowie einige Stuckleisten, der Parkettboden und die Türen mit Türgewände.

Im Obergeschoß wurde überwiegend originaler Deckenstuck angetroffen. Zum Garten hin liegt im Erdgeschoß eine ehemalige Werkstatt darüber gebauter Terrasse. Schützenswert sind hier die originalen Eisengitter, die sich auch in den überwiegend noch original erhaltenen Einfriedungen des Gartens erhalten haben. Die Verbindung mit dem ab 1827 entstandenen Stadtgarten ist für das Haus wesentlich.

Das Haus Gilbachstr. 7 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer und Wallanlagen errichtet wurde. Die durchweg privaten Mietshäusern wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der Eingliederung in Preußen einsetzte. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen kunsthistorische und städtebauliche Gründe.

Mit der Spichernstraße zählt die Gilbachstraße zu den Anliegerstraßen des Stadtgartens und damit zu den ehemals herrschaftlichen Wohnbereichen der Neustadt. Das o. g. Objekt zeigt mit seinen Nachbarbauten von Nr. 5 - 15, die im Kriege nicht zerstört wurden, noch deutlich die Stilelemente des bürgerlichen Historismus, der auch die Formensprache der Neustadt bestimmt. Zusätzlich ist der architektonische Reichtum und Anspruch bedeutend, dessen handwerkliche Perfektion und Gestaltungswille bleibenden Ausdruck gefunden haben.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0