Wohnhaus
Gilbachstraße 11 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4477 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Gilbachstraße 11, 50672 Köln |
| Baujahr | 1889 bis 1890 |
| Architekt / Planung | Bernhard Nepken |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.03.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Wohnhaus wurde 1889/1890 errichtet. Baugeschichtlich ist das giebelständige, in drei Geschossen und drei Achsen gegliederte, von Architekt Bernhard Nepken in der Zeit der Vollblüte des Historismus errichtete Wohnhaus im Zusammenhang mit dem Nachbarhaus Nr. 9 und anderen, in der selben Zeit entstandenen Wohnhäuser zu betrachten. Mit Ausnahme einzelner unwesentlicher Zeitspuren der Zerstörung (so z. B. die Balkonbeseitigung, Giebelbeschädigung am Haus Nr. 9), handelt es sich um Zwillingshäuser, die die zeitgemäßen stilistischen Bemühungen klar zum Ausdruck bringen. An dem groß bossierten Erdgeschoß entfaltet sich ein Ziegelmaueruntergrund mit Stuckdecken im Stile der deutschen Renaissance. Die rhythmische Segmentgiebelbekrönung der Fenster entfaltet sich in der Verdoppelung des Motivs in der Giebelzone.
Ein prachtvolles Portal mit korynthischen Halbsäulen führt über einige breite Marmorstufen zum herrschaftlichen Eingangsbereich des Hauses empor. Die Stuckmedaillons an der Wand, reicher plastischer Dekor und die kassettenartig geteilte Stuckdecke leiten das Treppenhaus mit einer besonderen Treppe zum Hintertrakt und einer zum Keller ein. Im Kellerbereich ist noch ein Farbmosaikboden, an einzelnen Geschossen dann die noch erhaltenen Wohnungseingangstüren zu finden. Die steile Holztreppe ist von einem Holzgeländer mit gedrechselten Balken und Antrittspfosten aus der Erbauungszeit begleitet. Die meisten Fenster, sowohl der Schauseite, wie in Rückfront, haben die ursprüngliche Rahmenteilung und Sprossengliederung beibehalten.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend, weil es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt. Die Bebauung nach dem von J. Stübben und H. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Gereonswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher Bestimmung entstehen. Rasterförmig um die Verkehrsschneisen der Gereonsstraße und Gladbacher Straße, die zu alten Ausfahrtsstraßen Kölns zählen, entstanden kleinere, topographisch klar ablesbare Wohnstraßen für Bewohner mit mittleren und gehobenen Ansprüchen. Zu diesen kann man auch die ursprüngliche Bebauung der Gilbachstraße zuordnen.
Städtebaulich strahlt das o. g. Wohnhaus durch seine wirkungsvolle Front und Einrichtung einen starken stilistischen Einfluß auf das ganze Straßenambiente aus. Einzelne Häuser der Straße treten miteinander in ein reiches kommunikatives System ein, das das Erscheinungsbild der Baugeschichte des 19. Jahrhunderts heute noch anschaulich und rekonstruierbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0