Wohnhaus
Siebengebirgsallee 54 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1714 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebengebirgsallee 54, 50939 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.10.1983 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende im Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerkbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethoven-Park) erhöht wird. Die Siebengebirgsallee verbindet die nördlichen Bereiche Klettenbergs mit dem Klettenbergpark.
Das dreigeschossige Wohnhaus mit später aufgesetztem Dachgeschoß ist im Jahr 1906 im Jugendstil mit kräftig betontem Mittelerker erbaut worden. Die Fassade ist fast axial aufgeteilt, eine geringe Asymmetrie in den Breiten der Seitenachsen ist sicher gewollt. Sehr eindrucksvoll sind die kräftigen Doppelsäulen am Erker im ersten Obergeschoß, die zu der untektonischen Ornamentik an den Seiten des Erkers und in seinem Giebel im Gegensatz stehen. Sehr typisch ist die rund ausgekehlte Dreiergruppe der Fenster im ersten Obergeschoß. Die rückwärtige Fassade ist in Backstein (originale Fenster im Erdgeschoß) gehalten.
Im Inneren hat das Gebäude den zeitgenössischen Ausbau mit Terrazzoboden, Wandfliesen und Wandstuck sowie gewölbter Decke im Eingang bewahrt. Die Terrazzotreppe mit Eisengeländer führt in die Wohnungen mit originalen Wohnungs- und Zimmertüren.
Städtebaulich ist die Siebengebirgsallee mit ihren hinter kleinen Vorgärten gelegenen, meist in Jugendstil gehaltenen Fassaden ein relativ einheitlich gehaltenes Dokument des reformierten Städtebaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Einzelfassade ist für das Ensemble unverzichtbar und verdeutlicht den Formenreichtum der letzten historisierenden Kulturepoche Europas.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0