Wohnhaus
Meister-Gerhard-Straße 13 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1967 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Meister-Gerhard-Straße 13, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 bis 1895 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.01.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1890 bis 1895 als Wohnhaus mit vier Geschossen, drei Achsen und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters H.J. Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Strukturen neue Stadtbereiche entwickelt und durch städtebauliche Bezüge miteinander verbunden. So entstand im Westen vor der Altstadt, zwischen den Ausfallstraßen Zülpicher Straße und Lindenstraße, die Achse der Roonstraße mit dem sie einhüftig erweiternden Rathenauplatz und dem sie umgebenden Wohnviertel. Die Beethovenstraße, Heinsbergstraße, Meister-Gerhard-Straße, Lochnerstraße und Boissereestraße erschließen vom Rathenauplatz ausgehend das umgebende Stadtviertel nach allen Seiten.
Die Meister-Gerhard-Straße und die Boissereestraße verbinden die Ecken des rechteckigen, 1000 mal 500 m messenden Platzes an der Seite gegenüber der Roonstraße als diagonale Verkehrsverbindungen mit den Sternplätzen vor den Bahnüberführungen der Zülpicher Straße und Lindenstraße. Die Stahlbauwerke der Brückenanlagen sind bewußt als optischer Abschluß beider Straßenräume genutzt. Beide Straßenräume finden an der Seite des Rathenauplatzes ihren charakteristischen Ausblick im Laubwerk des historischen Baumbestandes oder, im Herbst und Winter, in der durch seine vier- bis fünfgeschossige Randbebauung gefaßten Platzanlage.
Aufgrund der städtebaulichen Leitidee, die Meister-GerhardStraße und die Boissereestraße schwergewichtmäßig als Verkehrsverbindungen einzurichten und wohl auch aufgrund strategischer Überlegungen wegen ihrer Ausrichtung auf die Bahnüberführungen, fanden Erker und Risalite keine Anwendung. Ersatzweise wurde immer wieder das Motiv der Fenstertüren mit einer Brüstung aus Stein oder Stahlgitter verwendet.
Die Grundlage der Architektur besteht aus dem klassizistischen Grundmuster des rheinischen Dreifensterhauses mit den nach oben hin von Geschoß zu Geschoß abnehmenden Fensterhöhen einer im wesentlichen glatten Fassade und einem gering geneigten Satteldach. Dem treten die Charakteristika weiterführender und die Forderung nach unverwechselbaren Mietwohnungen erfüllende Stilelemente der Renaissance hinzu. Das Stockwerkgesims über dem Erdgeschoß, als tragender Balken auf den Stützen der Fensterpfeiler des Erdgeschosses, nimmt die Last der gesamten übrigen Fassade auf, die mit einem kräftig dimensionierten und ausladenden Dachgesims über einer geschlossenen, eingeleitet mit einer hohen, ebenen Trempelfläche abschließt. Den Eingang in der ersten Achse von rechts betont die Sonderform einer hohen, halbrunden Fensterüberdachung am ersten Obergeschoß.
Die Häuser Meister-Gerhard-Straße 9, 11 und 13 sind über die Wagendurchfahrt mit Zugang zum Treppenhaus des Hauses Nr. 13 und von dort mit einer zweiläufigen Holztreppe mit -geländer und -handlauf und einem trapezförmigen Zwischenpodest erschlossen.
Der Fliesenbelag im Erdgeschoß wird im anschließenden Korridor weitergeführt. Die Flügel des vorderen Tores der Wagendurchfahrt tragen drei Kassetten mit mittlerem Blattmotiv. Der Kassettenteil des linken Flügels läßt sich separat als Türe öffnen. Der Kämpfer trägt ein halbkreisförmiges Oberlicht mit vertikaler Sprossenteilung. Das rechteckförmige Oberlicht des rückwärtigen Tores besteht aus farbigen, in Blei gefaßten Ornamentgläsern. An den Wänden der Durchfahrt schließt die Quader-Rustika mit einem Sockelgesims ab. Die übrige Wandfläche füllt eine leichter wirkende Rustika mit schmalerem Fugenschnitt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0