Wohnhaus
Lochnerstraße 16 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1983 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lochnerstraße 16, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.01.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1904 als fünfgeschossiges, fünfachsiges Wohnhaus mit Risalit, Toreinfahrt und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die zweite Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Prof. Karl Henrici und des Stadtbaumeisters H.J. Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Strukturen neue Stadtbereiche entwickelt und durch städtebauliche Bezüge miteinander verbunden. So entstand im Westen vor der Altstadt, zwischen den Ausfallstraßen Zülpicher Straße und Lindenstraße, die Achse der Roonstraße mit dem sie einhüftig erweiternden Rathenauplatz und den sie umgebenden Wohnviertel. Die Beethovenstraße, Heinsbergstraße, Meister-Gerhard-Straße, Lochnerstraße und Boissereestraße erschließen vom Rathenauplatz ausgehend das umgebende Stadtviertel nach allen Seiten. Dabei greifen die Lochnerstraße und Görresstraße das Grün des Rathenauplatzes mit ihren Vorgärten auf und stellen die Verbindung mit den Vorgärten der Dasselstraße her. In ihrer Aufgabe als Wohnstraße teilen beide Straßen die umgebenden Bauflächen, in bewußtem Gegensatz geplant zu den damals bereits bekannten Nachteilen der Berliner Hinterhofbebauung, in kleine, übersichtliche Baublöcke mit relativ geringen Grundstückstiefen auf. Die kurzen, übersichtlichen, durch die Vorgärten erweiterten Straßenräume und deren Fortführung in die gleichartige Dasselstraße stellen gehobene Wohnverhältnisse her. Dieser Rahmen findet andererseits auf dem Rathenauplatz seinen optischen Abschluß in dem Laubwerk des historischen Baubestands und, im Herbst und Winter, in der durch seine vier- bis fünfgeschossige Randbebauung gefaßte Platzanlage.
Die Gebäude der Lochnerstraße und Görresstraße sind, worauf bereits die Vorgärten hinweisen, auf größtmögliche Wohnlichkeit und Teilnahme der Innenräume am Außenraum eingerichtet, wobei insbesondere Erker und Risalite, deren Erscheinungsformen durch Konsolen, krönende Balkone und Dachgiebel erweitert werden, in den Straßenraum eingreifen.
Die Quader-Rustika mit rauher Oberfläche des Souterrains schließt mit Stockwerk- und Fensterbankgesims des ersten Obergeschosses als tragender Unterbau der Fassade ab, die sich an den seitlichen Kanten und den Kanten des Risalits als Kantenquaderung in Form von Eckbindern vertikal bis unter das Dachgesims fortsetzt. Das um den Risalit verkröpfte Dachgesims bindet den Risalit abschließend sowohl in die Fassade als auch in das Dach ein. Das Schwergewicht der Architektur gilt dem zweiachsigen Risalit, dessen Höhenwirkung durch nach oben hin von Geschoß zu Geschoß aufwendiger umrahmte Fenster und durch die größten Fenserhöhen im vierten Obergeschoß unterstrichen wird. Seine Höhen- und Breitenwirkung betonen die zu beiden Seiten dicht neben ihm liegenden Achsen der Fenstertüren mit vorgelegten Brüstungsgittern. Oberhalb der Fensterpfeiler des Risalits nimmt eine Dachgaube seine Symmetrie-Achse auf. Die übrigen drei Dachgauben führen die Fensterachsen in den Dachbereich ein. Das erste Obergeschoß ist durch eine glattflächige Quaderung gekennzeichnet.
Die drei Felder der flachbogigen Decke des Hausflurs werden von drei Bogenbändern, die je drei quadratische Kassetten tragen, gegeneinander abgegrenzt. Zwischen den Deckenfeldern und einem stufigen, flachen Gesims vermitteln vertiefte, liegend rechteckige Schmuckfelder. Die Bänderung der Decke, die sich im oberen Teil der Wand fortsetzt, endet unterhalb des Gesimses mit hängenden Tropfen. Die Putzsockel schließen mit auskragend profilierter Gesimsleiste ab. Je vier quadratische Platten des Fliesenbodens bilden ein Motiv des Dekors aus symmetrisch geordneten Blüten und Ranken in den Farben weiß, grau und schwarz. Das Mittelfeld des Bodens umgibt ein Zickzack-Ornament und eine dunkelbraune Randrahmung. Den optischen Abschluß vor dem Treppenhaus bilden zwei Wandvorlagen zu beiden Seiten eines schmalen Fliesenfeldes und ein flach stuckierter Stützbogen. Das Treppenhaus schließt nach links versetzt mit kurzem Stichflur verbunden an den Hausflur an. Der Bopden trägt denselben Dekor wie der Boden des Hausflurs. Die zwei- und gegenläufige, gerade Terrazzotreppe sicher ein Holzgeländer mit Holm und einem Antrittspfosten im Erdgeschoß. Die Podeste tragen farbigen Fliesenbelag mit roter Randrahmung. Die originalen Treppenhausfenster sind erhalten. Die beiden Wohnungstüren an der Längsseite der Stockwerkpodeste mit aufwärts geschwungenen Kämpfern und Oberlichtern werden durch einen Pilaster als Mittelpfosten von einander getrennt. Die Türblätter tragen am oberen Ende Ornamentverglasung und vertikale Sprossenteilung. Die Sprossenteilungen der Oberlichter bilden stehende Rechtecke mit Ornament-Verglasung. In den Wohnungen sind die originalen Türen, Türlaibungen und Blendrahmen sowie die Stuckdecken mit Hohlkehlen und Mittelrosetten erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0