Wohnhaus
Lochnerstraße 10 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2089 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lochnerstraße 10, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1899 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.02.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1899 als Wohnhaus mit vier Vollgeschossen, einem Souterrain, drei Achsen, einem Risalit, einem Balkon, einer Stuckfassade und einem Vorgarten mit Einfriedung errichtet.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Strukturen neue Stadtbereiche entwickelt und durch städtebauliche Bezüge miteinander verbunden. So entstand im Westen vor der Altstadt zwischen den Ausfallstraßen der Zülpicher Straße und der Lindenstraße die Achse der Roonstraße mit dem sie einhüftig erweiternden Rathenauplatz und dem sie umgebenden Wohnviertel. Die Beethovenstraße, Heinsbergstraße, MeisterGerhard-Straße, Lochnerstraße und Boissereestraße erschließen vom Rathenauplatz ausgehend das umgebende Stadtviertel nach allen Seiten. Dabei greifen die Lochner- und Görresstraße das Grün des Rathenauplatzes mit ihren Vorgärten auf und stellen die Verbindung mit den Vorgärten der Dasselstraße her. In ihrer Aufgabe als Wohnstraße teilen beide Straßen die umgebenden Bauflächen in bewußtem Gegensatz zu den damals bereits bekannten Nachteilen der Berliner Hinterhofbebauungen geplant in kleine, übersichtliche Baublöcke mit relativ geringen Grundstückstiefen auf. Die kurzen, übersichtlichen, durch die Vorgärten erweiterten Straßenräume und deren Fortführung in die gleichartige Dasselstraße stellen gehobene Wohnverhältnisse her. Dieser Rahmen findet andererseits auf dem Rathenauplatz seinen optischen Abschluß in dem Laubwerk des historischen Baumbestands und im Herbst und Winter in der durch seine vier- bis fünfgeschossige Randbebauung gefaßten Platzanlage.
Die Gebäude der Lochner- und Görresstraße sind, worauf bereits die Vorgärten hinweisen, auf größtmögliche Wohnlichkeit und die Teilnahme der Innenräume am Außenraum der Straße eingerichtet, wobei insbesondere Erker und Risalite, deren Erscheinungsformen durch Konsolen, krönende Balkone und Dachgiebel in den Straßenraum eingreifen.
Die Halbkreisbogen und Stichbogen über dem Hauseingang und den Fenstern des ersten Obergeschosses, die horizontal gebänderte Rustika, deren radialer Fugenschnitt an den Sturzbögen und das Stockwerkgesims über dem ersten Obergeschoß veranschaulichen die tragende Eigenschaft des Souterrains und des ersten Obergeschosses. Innerhalb dieser Gebäudeflächen stellt die besonders breit geschnittene Bänderung der Rustika am Souterrain mit abschließendem Gesims als Fensterbankgesims des ersten Obergeschosses das Souterrain als Erdsockel heraus. Innerhalb des zweiten bis vierten Obergeschosses als einheitlichem Gebäudeteil grenzen sich die Geschosse voneinander durch Stockwerk- und Fensterbankgesimse ab und binden den Risalit der Mittelachse in die Fassade ein. Das zweite, dritte und vierte Obergeschoß bilden baulich eine in sich abgeschlossene Einheit. Die von den Stockwerk- und Fensterbankgesimsen eingefaßten, friesartigen Brüstungsbänder grenzen die einzelnen Stockwerke gegeneinander ab, nehmen die breit gelagerten Überdachungen in ihre Richtungsführung auf und binden den Risalit der Mittelachse in die Fassade ein. Die Vertikalität des Risalit wird durch das Zwillingsfenster des Balkons am vierten Obergeschoß zur Dachzone hinauf geführt. In allen Achsen stellen die in die Brüstungen reichenden Überdachungen vertikale Verbindung zu den größtenteils quadratischen Fensterausschnitten her. Die stehenden Felder der Sprossenteilungen sind in diesem Zusammenhang wesentlicher Bestandteil. Die Reihenfolge der auf Konsolen gestützten, breit gelagerten Verdachungen: Am zweiten Obergeschoß balkenförmig horizontal, am dritten Obergeschoß dreieckförmig, weisen ebenfalls aufwärts zu den Stichbogen-Überdachungen am vierten Obergeschoß, denen sich dicht darüber das Traufgesims anschließt. In der Dachzone nehmen zuletzt die Dachgauben die Lage der Achsen auf.
Der Innenausbau wurde in der Nachkriegszeit in Anlehnung an den historischen Bestand erneuert. Die Treppe des Hausflurs aus Solnhofner Schiefer führt zum ersten Obergeschoß. Die Wandsockel aus schwarzem Marmor mit gequadertem Fugenschnitt schließen mit gesimsartiger Leiste ab. Der Halbkreis-Stützbogen mit Wandvorlagen ist ebenflächig verputzt und bildet einen linearen Umriß. Die gerade, zwei- und gegenläufige Betontreppe mit divergierenden Läufen ist mit winkelförmigen, grauen Terrazzostufen belegt. Wände und Untersichten des Treppenhauses sind glatt verputzt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0