Wohn- u. Geschäftshaus
Zülpicher Straße 28 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1997 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Zülpicher Straße 28, 50674 Köln |
| Baujahr | 1889 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.01.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde 1889 als viergeschossiges, vierachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer Backsteinfassade und Stuckgliederungen errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters H.J. Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Traufhöhe der viergeschossigen, historischen Bebauung, die auch beim Aufbau nach der Kriegszerstörung als bindendes Höchstmaß anerkannt wurde, gibt dem Straßenraum einen offenen, gut belichteten, etwa quadratischen Querschnitt. Das Straßenniveau steigt zur Stadtmitte hin in den beiden ersten Dritteln langsam, im letzten Drittel vor der Herz-Jesu-Kirche und dem Hohenstaufenring, der Haupterschließung und ehemaligen Prachtstraße der Neustadt, stärker an. Die Stahlkonstruktion der Eisenbahnüberführung mit seitlichen Mauerpfeilern und anschließenden Böschungsmauern geben dem Straßenraum im Südwesten am Außenrand der Neustadt einerseits, die historische Baumbepflanzung an der Längsseite der Herz-Jesu-Kirche, das kurze Querschiff, die Strebepfeiler an Längs- und Querschiff, der polygonale Turm mit hohem Kegeldach im Winkel von Längs- und Querschiff der Herz-Jesu-Kirche und der Erker am ersten und zweiten Obergeschoß an dem gegenüber liegenden Haus Nr. 16 im Nordosten an der durch den Kirchenbau eingeengten Straßenführung andererseits seinen optischen Abschluß. Die Sternplätze des Zülpicher Platzes, als seitliche Erweiterung der Zülpicher Straße um den Turm der HerzJesu-Kirche mit der rechtwinkeligen Kreuzung der Roonstraße und der diagonalen Kreuzung der Engelbertstraße und Hochstadenstraße mit zurückliegender Einmündung der Engelbertstraße und der seitlich zurückliegenden Einmündung der Meister-Gerhard-Straße, Kyffhäuserstraße und Moselstraße vor der Bahnunterführung unterbrechen die Kontinuität des Straßenraums der Zülpicher Straße unmittelbar durch die Weite ihrer Platz-Architekturen.
Die als horizontale Einheiten zusammengefaßten Stockwerkgesimse, Brüstungsbänder, die unter den Fensteröffnungen durch Schmuckfelder unterteilt sind - Balustraden-Reihen am ersten Obergeschoß, liegende, vertiefte Rechtecke mit Konsolen in den oberen Ecken am zweiten und dritten Obergeschoß - und Fensterbankgesimse grenzen die Geschosse gegeneinander ab. Die Stockwerkgesimse am zweiten und dritten Obergeschoß, deren Profilhöhe schmale, unterhalb angesetzte Friese verbreitern, nehmen mit ihren von Geschoß zu Geschoß zunehmenden Auskragungen Bezug zu dem die Gesamtfassade überragenden Dachgesims. Durch von Geschoß zu Geschoß abnehmende Distanzen zwischen den Stockwerk- und Fensterbankgesimsen stellen die horizontalen Gesimseinheiten einen wesentlichen Beitrag zur optischen Überhöhung der Fassade und damit den Übergang zur Vertikalität der Fensterachsen mit überhöhender, niedrigerer Fensterhöhe am dritten Obergeschoß, Einbeziehung der Hauseingänge in den seitlichen Achsen her. Zudem rücken die beiden rechten Achsen auf einer flachen, risalitartigen Mauervorlage am ersten, zweiten und dritten Obergeschoß zu einer betonenden Vertikale durch zueinander. Die auf die Grundrisse der Ebenen bezogenen Maßverhältnisse der Fensteröffnungen nehmen die vorkragenden und aufgesetzten Gliederungselemente auf und vollenden die Gesamtarchitektur der Fassade. Die Formgebung der Gesimse und des Brüstungsschmucks wurden dem Formenrepertoire der Renaissance entnommen und im Sinn der Selbstdarstellung der Zeit übersetzt.
Das Motiv der Bodenfliesen im Treppenhaus besteht aus zwei über Eck gesetzten, ein Achteck umschreibenden Quadraten als stilisierte Blüten, die von den quadratischen Feldern eines Gitters aus linear geflochtenen Bändern umgeben sind. Die dreiteilige Gesamtrahmung, einem Mittelstreifen aus geradlinig umlaufenden Bändern und einer äußeren, schwarzen Randrahmung. Die Formen liegen farblich differenziert auf einem Grund aus Beige-Tönen. Die gerade, zweiläufige Treppe mit Holzgeländer und -handlauf beginnt im Erdgeschoß mit einem gedrechselten Antrittspfosten. Die Stockwerkpodeste liegen parallel zu den Treppenläufen. Die Räume tragen Stuckdecken mit Hohlkehlen, die von halbrunden Wand- und Deckenleisten gesäumt werden.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0