Wohnhaus
Heinsbergstraße 19 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4064 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Heinsbergstraße 19, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.03.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
An der spiegelbildlich aufgeteilten Fassade heben die Fensterüberdachungen aus hohen Kreissegmentbogen mit kurzen, waagrechten Seitenansätzen über den beiden Mittelfenstern am 2. OG die Lage der Symmetrieachse auf dem mittleren Fensterpfeiler hervor. Die Flächen der Fassade sind lückenlos mit Stuckelementen besetzt und zwar der Hintergund am EG und 1. OG mit horizontalen, erhobenen Stuckbändern - am EG, glatt, am 1. OG aufgerauht - am 2. und 3. OG mit Fugen aus glatter Putzfläche ausgeschnitten, im übrigen mit Gesimsen und Einfassungen der eng beieinanderliegenden Fenster. Die Ähnlichkeit der Rustika am EG und 1. OG zum einen und am 2. und 3. OG zum anderen schließt das 1. OG in die lasttragende Ästhetik der Fassade ein, die sich üblicherweise auf die Erdgesschosse und Souterrains beschränkt. Durch die ähnliche Rustika des 3. und 4. OG wird das meistens isoliert dargestellte und auf die Traufe bezogene oberste Geschoß in den Fassadenabschnitt des 3. OG mit einbezogen. Die Fensterachsen des 1. und 2. OG beginnen als Einheit aufeinandergestellter Elemente der Fensterumrahmungen auf dem Fensterbankgesims des 1. OG, das im Verbund mit dem Stockwerkgesims das EG oberhalb abschließt. Die abfolge der von Geschoß zu Geschoß nach oben hin zunehmende Kragweite der Verdachungsreihen schließt mit dem das 3. OG und zugleich das die Gesamtfassade überdachende Traufgesims ab. Die Gestaltungselemente sind aus der Renaissance abgeleitet und dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit entsprechend angewendet.
Im Hausflur umgibt den roten Terrazzoboden mit vier Reihen kleiner Quadrate im Mittelfeld aus schwarzem und weißem Mosaik ein Ornamentstreifen ("Laufender Hund") mit eingerollter Welle in schwarz, weiß gefaßt, innen durch zwei Reihen aus weißem Mosaik, außen durch zwei Reihen aus rotem Mosaik begleitet, und ein grauer Randstreifen. Die Profile der Fuß- und Sockelleiste sind Teile der unteren Wandflächen. Die Hohlkehle des Deckenstuckes mit stark ausgeprägter Wand- und niedriger Deckenleiste läuft flach in die Deckenfläche aus. Die plastisch auffallend ausgebildete längliche Mittelrosette setzt sich aus Blattformen, Früchten und einer Blüte als zentral hängender Zapfen zusammen.
Den Zugang zum Treppenhaus bilden zwei Pilaster mit kantigen Kapitellen unter einem waagerechten, an der Innenseite kassettierten Sturz. Den Treppenhausboden aus Terrazzo (Bestandteile Rot, Gelb, Schwarz, Weiß) umgibt eine farbige Rahmung aus dreireihigem, weißen Mosaik mit zu einem Quadrat mit schwarzer Mitte nach innen gekröpften Ecken, eingefaßt an der Innenseite mit einem Mosaikstreifen aus abwechselnd gelben und schwarzen Steinen, an der Außenseite mit einem schwarzen Mosaikstreifen, der in jeder Ecke in einem schwarzen Quadrat endet. Das Feld vor dem Treppenaufgang ziert ein Stern, der aus acht roten und schwarzen Mosaikrhomben und einem kleinen, gelben Mittelkreis zusammengesetzt ist, umgeben von einem Außenrand aus einreihigem, weißen Mosaik. Die gerade, zwei- und gegenläufige rechts wendende Holztreppe begleitet ein Holzgeländer und -handlauf. Der Antritt im EG, den die nach außen schwingende Wange verbreitert, trägt eine gedrechselten Antrittspfosten. Die Wangenflächen werden von einer profilierten Holzrahmung eingefaßt. An den Wohnungsabschlüssen sind die Rahmen, der Kämpfer und die zweiteiligen Oberlichter mit Kreuzsprossen erhalten. Die Fenster der Geschosse sind im Original erhalten.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die 4. Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als 1. große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Heinsbergstraße verbindet eine Schmalseite, die Südostseite des Rathenauplatzes mit der Zülpicher und der Kyffhäuserstraße. Sie besteht aus zwei etwa gleichlangen Straßenabschnitten mit Richtungswechsel an ihrer Kreuzung mit der Zülpicher Straße. Der Abschnitt zwischen Rathenauplatz und Zülpicher Straße verläuft etwa parallel zur Roonstraße, der Straßenabschnitt zwischen der Zülpicher- und Kyffhäuserstraße parallel zur Hochstadenstraße. Beide Abschnitte für den an der Kreuzung mit der Zülpicher Straße ihren optischen Abschluß durch die Eckhäuser mit den anschließenden Straßenfronten der Heinsberg- und Zülpicher Straße. Von der Zülpicher Straße aus gesehen endet der wohnliche Charakter des Starßenraumes mit dem stehenden Rechteck seines Querschnittes als Ausblick auf den Bestand historischer Bäume und der lichten Weite des Rathenauplatzes. Der Straßenraum in Richtung Kyffhäuserstraße gesehene endet mit der historischen Hausfassade Kyffhäuserstr. 33. Die Heinsbergstraße hat wie die Lochner- und Görresstraße als Wohnstraße die Aufgabe, die umgebende Bebauung in kleinere, übersichtliche Areale aufzuteilen, deren relativ geringe Grundstückstiefen eine Hinterhofbebauung nach Berliner Art vermeiden und trotz hoher Nutzung der Grundstücksfläche eine im allgemeinen offene, rückwärtige Bebauung aufweisen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0