Wohnhaus

Meister-Gerhard-Straße 23 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2098
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Meister-Gerhard-Straße 23, 50674 Köln
Baujahrum 1890 bis 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1890 bis 1895 als viergeschossiges, vierachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters H.J. Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Strukturen neue Stadtbereiche entwickelt und durch städtebauliche Bezüge miteinander verbunden. So entstand im Westen vor der Altstadt, zwischen den Ausfallstraßen Zülpicher Straße und Lindenstraße, die Achse der Roonstraße mit dem sie einhüftig erweiternden Rathenauplatz und dem sie umgebenden Wohnviertel. Die Beethovenstraße, Heinsbergstraße, Meister-Gerhard-Straße, Lochnerstraße und Boissereestraße erschließen vom Rathenauplatz ausgehend das umgebende Stadtviertel nach allen Seiten.

Die Meister-Gerhard-Straße und die Boissereestraße verbinden die Ecken des rechteckigen, 1000 mal 500 m messenden Platzes an der Seite gegenüber der Roonstraße als diagonale Verkehrsverbindungen mit den Sternplätzen vor den Bahnüberführungen der Zülpicher Straße und Lindenstraße. Die Stahlbauwerke der Brückenanlagen sind bewußt als optischer Abschluß beider Straßenräume genutzt. Beide Straßenräume finden an der Seite des Rathenauplatzes ihren charakteristischen Ausblick im Laubwerk des historischen Baumbestandes oder, im Herbst und Winter, in der durch seine vier- bis fünfgeschossige Randbebauung gefaßten Platzanlage.

Aufgrund der städtebaulichen Leitidee, die Meister-GerhardStraße und die Boissereestraße schwergewichtmäßig als Verkehrsverbindungen einzurichten und wohl auch aufgrund strategischer Überlegungen wegen ihrer Ausrichtung auf die Bahnüberführungen, fanden Erker und Risalite keine Anwendung. Ersatzweise wurde immer wieder das Motiv der Fenstertüren mit einer Brüstung aus Stein oder Stahlgitter verwendet.

Im Bestreben, möglichst gleichwertige und individuelle Wohnungen zu erstellen, wurde die optische Übersteigerung der Gebäudehöhe als klassizistische Tradition mit in die Gestaltung durch Elemente der Renaissance, wie nach oben hin zunehmende Vereinfachung der Formen, Unterbrechungen der Gesimse und abnehmende Dimensionen der Gestaltungselemente, aufgenommen. Das breit ausgeführte Stockwerkgesims, gestützt von den gequaderten Fensterpfeilern des Erdgeschosses, und das hohe und weit vorkragende, von einer Konsolenleiste gestützte Dachgesims umfassen das erste bis dritte Obergeschoß als Einheithorizontale von beiden Seiten.

Am Boden des Hausflurs umschließen die Mosaikrahmung und eine schwarze Randrahmung des Bodenspiegels im Zentrum ein spiegelbildlich komponiertes, stilisiertes Pflanzenmotiv. Den Übergang zum Boden des Treppenhauses markiert ein rund eingefaßter Kreis als Propellermotiv. Die zweiläufige Holztreppe sichert ein Holzgeländer mit -handlauf.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0