Wohn- u. Geschäftshaus
Kuenstraße 4 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2087 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kuenstraße 4, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.02.1984 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrie-Ansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Kuenstraße liegt im südlichen Teil des Ensemble-Gebiets von Nippes und verbindet diesen älteren Stadtteil mit jüngeren Ansiedlungsflächen.
Das um 1900 erbaute, dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus besitzt eine Backsteinfassade mit Stuckgliederung von drei Achsen. Die mittlere Achse wird durch zwei gekuppelte Fenster betont. Im voll ausgebauten Dachgeschoß mit Mansarddach umgreift der hohe Mittelgiebel ebenfalls zwei Fenster, während die originalen Dachgauben rechts und links mit klassizistischen Übergiebelungen überdacht sind. Die sparsame, aber sehr ausgewogene Stuckgliederung zieht sich auf klassizistische Gesimse zurück.
Im Inneren ist die originale Ausstattung weitgehend erhalten geblieben. Der Eingang ist mit Fliesenboden, Wand- und Dekkenspiegel aus Stuck sowie der Holztreppe mit Holzgeländer ausgestattet. Auch die aufwendig gestalteten, historisierenden Wohnungstüren (und Zimmertüren) sind original. Zum Teil Stuckdecken in den Wohnräumen.
Die städtebauliche Bedeutung des Gebäudes liegt in der fast vollständigen Erhaltung der Kuenstraße, in deren Ensemble das Haus unverzichtbar ist. Kunsthistorisch ist die gründerzeitliche Bebauung der Kuenstraße eine Abfolge verschiedener Stilrichtungen. Der Haustyp Nr. 4 wiederholt sich jedoch in den Häusern Nr. 8, 10 und 40 in geringeren Variationen, was die städtebauliche Bedeutung des Einzelbaus unterstreicht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0