Wohn- u. Geschäftshaus

Kuenstraße 6 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7315
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Kuenstraße 6, 50733 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.01.1995
Stadtteil Nippes

Erbaut um 1900, unregelmäßiger Grundriß, Souterrain, 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (nachträglich erweitert), Ziergiebel mit trapezförmigem Abschluß, 3 Achsen, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Formen des Klassizismus, in der Mittelachse Erker auf trapezförmigem Grundriß, Hauseingang linke Achse, hochrechteckige Fenster mit geradem Abschluß, konsolgetragene Verdachungen, Stockwerkgesimse, alle straßenseitigen Fenster sowie die Hauseingangstür erneuert. Rückseite: Backstein, z.T. verputzt, segmentbogige Fensteröffnungen, alle Fenster und die Hoftür erneuert. Im Innern original erhalten: Vestibul: Marmortreppe, reiche Stuckierung der Wände, im unteren Bereich Fugenschnitt, darüber Aufteilung in profilierte Wandfelder, Deckenstuck, konsolgetragener Durchgang zum Treppenhaus, Holztreppe unter PVC-Belag, Holzgeländer, Wohnungseingangstüren erneuert, im Keller originale Holztreppe mit Antrittspfosten. In den Wohnungen: Holzdielenboden, in den straßenseitigen Wohnräumen z.T. original erhaltene Stuckdecken, Türgewände z.T. erhalten, Türen erneuert.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Kuenstraße gehört zu den stadtnahen, Straßenzeilen des Ortsteils Nippes und verbindet den südlichen, älteren Stadtteil von Nippes mit jüngeren Ansiedlungsflächen. 1896 wurden die Kuen- wie auch die Schenkendorf- und Eichstraße systematisch erschlossen und um die Jahrhundertwende bis ca. 1904 in relativ kurzer Zeit mit Mietwohnhäusern bebaut. Das Gebäude Kuenstraße 6 ist ein Beispiel für die gehobene Mietwohnarchitektur zur Zeit der Jahrhundertwende. Aufgrund der Erhaltung großer Teile des Originalzustands, besonders der straßenseitigen Fassade mit ihren an bürgerliche Architekturformen anknüpfende Dekorationen (Fugenschnitt, konsolgetragene Verdachungen, Mittelbetonung, paarweise zusammengefaßte Rundbogenfenster mit keilsteinbekrönter, reich profilierter Verdachung im Dachgeschoß) und der fast unveränderten Eingangssituation ist das Haus für das Erscheinungsbild der Kuenstraße von Bedeutung. Das gewerblicher Nutzung dienende Souterrain läßt die Geschoßanordnung des Gebäudes (Souterrain, Hochparterre, Beletage etc.) gegenüber seinen dreigeschossigen Nachbarbauten differieren. Die uneinheitliche Geschoßzahl - deutlich ablesbar an den Stockwerkgesimsen - rhythmisiert die Fassaden der in der Zeile stehenden Gebäude. Die das Haus Nr. 6 urspr. rahmende Bebauung der Nachbarhäuser wird durch das nachträglich ausgebaute Dachgeschoß zu einem Vollgeschoß allerdings empfindlich gestört. Vor allem aus städtebaulichen Gründen ist das o.g. Objekt schützenswert, da es als ein Teil der Erstbebauung dieser Straße zusammen mit den ebenfalls erhalten gebliebenen Gebäuden Nrs. 4-28 eine fast ununterbrochene Fassadenreihe von Häusern des späten Historismus bildet und daher innerhalb des Ensembles unverzichtbar ist. Kunsthistorisch ist die gründerzeitliche Bebauung der Kuenstraße eine Abfolge von Formen verschiedener Stilrichtungen. Der Haustyp Nr. 6 wiederholt sich in den o.g. Häusern mit geringen Variationen, was die städtebauliche Bedeutung des Einzelbaus unterstreicht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0