Wohnhaus
Kuenstraße 8 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7417 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kuenstraße 8, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.03.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1900, 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (unvollständig erneuertes Mansarddach, unter Nichtbeachtung des darunterliegenden Traufgesimses), 3 Achsen, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Anlehnung an klassizistische Formen. In der Mittelachse Erker auf trapezförmigem Grundriß mit abschließendem Balkon. Eingang in der rechten Achse, Eingangstür und Fenster mit geradem oberen Abschluß (alle Oberlichter nachträglich geschlossen), Haustür sowie alle straßenseitigen Fenster erneuert (ohne Teilung), waagrechte, im 1. Obergesch0ß von Konsolen getragene Verdachungen.
An der Rückseite und im Innern keine originale Substanz
Das Fassade des Gebäudes Kuenstr. 8 ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil.
Die Kuenstraße, eine Querverbindung zwischen Niehler- und Neusser Straße, gehört zu den stadtnahen Straßenzeilen des Ortsteils Nippes und verbindet den südlichen, älteren Stadtteil von Nippes mit jüngeren Ansiedlungsflächen. Sie ist Teil des in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts erschlossenen rasterähnlichen Straßennetzes Schenkendorf-, Auer-, Gellert- und Eichstraße, wurde 1896 angelegt und bis in die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts bebaut. Vor allem aus städtebaulichen Gründen ist das o. g. Objekt schützenswert, da es als ein Teil der Erstbebauung dieser Straße zusammen mit weiteren, ebenfalls erhalten gebliebenen Gebäuden (Nrn. 4 bis 28) eine zwar durch Wiederauf- und Neubauten unterbrochene, dennoch in zahlreichen Teilen erhaltene Fassadenreihe von Häusern des späten Historismus bildet.
Die Fassade des Gebäudes Kuenstraße 8 ist ein Beispiel für die straßenseitige Dekoration gehobener Mietwohnarchitektur zur Zeit der Jahrhundertwende. Aufgrund der weitgehend originalen Erhaltung der Fassade mit ihren an bürgerliche Architekturformen anknüpfende, antikisch gefärbte Dekorationen (Fugenschnitt im Erdgeschoß, waagrechte und profilierte, im 1. Obergeschoß konsolgetragene Fensterverdachungen, Betonung der Mittelachse durch Erker mit Balkon und paarweise zusammengefaßte Fenster im 2. Obergeschoß, profilierte Stockwerkgesimse bzw. durchlaufende Sohlbänke) ist die Schauseite des Gebäudes für das Erscheinungsbild der Kuenstraße und als Dokument sowohl des Sozialstatus als auch der Geschmacksgeschichte der Zeit von Bedeutung. Die Häuser Kuenstraße 8 und 10 haben gestalterisch aufeinander bezogene Häuserfronten. Trotz Veränderungen im Bereich der Dachansatzzone (Fehlen des Dachgesimses) und Veränderung der Dachform nach Kriegszerstörung ist die gestalterische Einheit der beiden Nachbarhäuser noch aussagekräftig vorhanden. Die Gebäude bilden neben anderen gleich proportionierten Häusern mit weiteren Variationen historistischen Fassadendekors ein größeres städtebauliches Ensemble. Die Fassade des Hauses Kuenstraße 8 ist für das Erscheinungsbild der Mietwohnarchitektur im Stadtteil Nippes ein unverzichtbares Beispiel.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0