Wohnhaus

Kuenstraße 10 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7316
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Kuenstraße 10, 50733 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.01.1995
Stadtteil Nippes

Erbaut um 1910, winkelförmiger Grundriß, 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Mansardgiebeldach, schiefergedeckt. 3 Achsen, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Anlehnung an klassizistische Formen. In der Mittelachse der Obergeschosse Erker auf trapezförmigem Grundriß. Fenster hochrechteckig mit geradem Abschluß, waagerechte, z. T. von Konsolen getragene Verdachungen, Eingang in der linken Achse. Alle Fenster und die Haustür erneuert.

Rückseite: Backstein, verputzt, hochrechteckige Fenster (erneuert) mit waagerechtem Abschluß.

Im Innern original erhalten. Treppenhaus: Fliesen in türkis/gelb, Holztreppe mit Antrittspfosten und Geländer. In den Wohnungen verschiedentlich Stuckreste. Alle Türen und Türgewände erneuert.

Originale Einfriedungsmauer des Gartens in Backstein, verputzt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil.

Die Kuenstraße gehört zu den stadtnahen Straßenzeilen des Ortsteils Nippes und verbindet den südlichen, älteren Stadtteil von Nippes mit jüngeren Ansiedlungsflächen. Vor allem aus städtebaulichen Gründen ist das o. g. Objekt schützenswert, da es als ein Teil der Erstbebauung dieser Straße zusammen mit den ebenfalls erhalten gebliebenen Gebäuden Nr. 4 bis 28 eine fast ununterbrochene Fassadenreihe von Häusern des späten Historismus bildet.

Das Gebäude Kuenstraße 10 ist ein Beispiel für die gehobene Mietwohnarchitektur zur Zeit der Jahrhundertwende. Aufgrund der Erhaltung großer Teile des Originalzustands, besonders der straßenseitigen Fassade mit ihren an bürgerliche Architekturformen anknüpfende, antikisch gefärbte Dekorationen (Fugenschnitt im Erdgeschoß, konsolgetragene Fensterverdachungen, Betonung der Mittelachse durch Erker und Dachaufbau mit trapezförmigem Aufsatz, Klötzchenfries des Dachgesimses, die Fassade abschließender profilierter Dreieckgiebel, dessen Form mit den Aufsätzen der Dachgaupen korrespondiert), ist das Gebäude für das Gesamterscheinungsbild der Kuenstraße und als Dokument sowohl des Sozialstatus als auch der Geschmacksgeschichte der Zeit von Bedeutung. Die Häuser Kuenstraße 10 und 8 haben gestalterisch aufeinander bezogene Häuserfronten und bilden neben anderen gleich proportionierten Häusern mit weiteren Variationen historistischen Fassadendekors ein größeres städtebauliches Ensemble. Somit ist es für das Erscheinungsbild der Mietwohnarchitektur im Stadtteil Nippes ein wichtiges, unverzichtbares Beispiel.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0