Wohnhaus
Chamissostraße 12 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7786 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Chamissostraße 12, 50825 Köln |
| Baujahr | 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.03.1996 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1912; Bauherr: Maurermeister A. Pöttgen; Fassade: giebelständiger Bau (bauliche Einheit mit Haus Nr. 10); 2 Geschosse, ausgebautes Mansardgiebeldach; 2 Achsen (Eingang rechts); rechte Achse (Treppenhaus) mit Dreierfenstern; Putzfassade (Putz erneuert) mit Natursteinsockel u. -rahmung des Eingangsbereiches; Stufen; Bodenbelag im Eingangsbereich (eingezogener Eingang); Fenster (außer Treppenhaus) erneuert; Eingangstür mit flankierendem Fenster original.
Rückfront: vollflächig verfliest; 2 Achsen; Mansarddach mit einer Gaube; links Wintergarten im EG, Balkon im 1. OG; Fenster erneuert (Aluminium).
Innen original: hölzerne Treppenanlage; Zimmertüren; Treppenhausfenster mit Beschlägen; Grundrisse.
Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung (verputzter Sockel und Pfeiler mit Metallgeländer) und der rückwärtige, zum Typus des Hauses gehörende Garten.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts südlich der Köln-Aachener Bahnlinie, mußte jedoch schon in der ersten Hälfte der 1870er Jahre des letzten Jahrhunderts infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen und daraus resultierender zügiger baulicher Erschließung um Gebiete nördlich der Bahntrasse erweitert werden. Erste Erschließungsansätze lagen an der Otto- und Overbeckstraße, die von der Subbelrather Straße her entwickelt wurden und gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis an die Nußbaumerstraße geführt waren.
Die Anlage des großen Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie an der Liebigstraße erwies sich dann als siedlungsförderndes Element. Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna (1896 erbaut) und der fast gleichzeitigen Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde wenig später St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, u.a. entlang der Chamissostraße, die die Verbindung zwischen der gleichzeitig bebauten Eichendorffstraße und der Nußbaumerstraße herstellt.
Von besonderer Bedeutung für das einheitlich wirkende Straßenbild der Chamissostraße sind deren systematisch angeordneten Hausgruppen, wobei das o.g. Objekt integraler Bestandteil einer aus drei einander spiegelbildlich zugeordneten Haustypen bestehenden Gruppe ist. Das o.g. Objekt bildet mit dem Nachbarhaus Nr. 10 eine bauliche Einheit und markiert den Mittelteil des Ensembles, dessen auffällige Mermale der reduzierte Schmuckaufwand und die Betonung der Kubatur (Erker, glatt verputzte Wandflächen, markanter Dachaufbau) sind. Dies ist nicht etwa ein Hinweis auf eine finanzschwache Erstbewohnerschaft, sondern spiegelt vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen, die als Reaktion auf die mitunter überaus reich geschmückten und zuweilen als überladen empfundenen Gründerzeitfassaden zu verstehen ist.
Der Stadtverordnete Zilkens hatte es verstanden, eine schnelle Bauentwicklung in Subbelrath einzuleiten. Bereits 1901 leistete er durch preisgünstige Grundstücksübereignungen an die "Ehrenfelder Arbeiterwohungsgenossenschaft" (heute: "Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld") einen weiteren wichtigen Siedlungsanreiz. So wurde die stadtauswärts gelegene Seite der Chamissostraße 1903/04 genossenschaftlich bebaut.
Zilkens war nun um die Schaffung weiterer attraktiver Wohngegenden bemüht, wobei dieses Anliegen durch zwei städtische Planungen maßgeblich unterstützt wurde. Zum einen war dies der um 1910 geplante und bis 1913 fertiggestellte Blücherpark und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels, dessen Verlauf um die Jahrhundertwende festgelegt worden war und in Ehrenfeld um 1910 angelegt und schnell bebaut wurde.
Dem o.g. Objekt kommt aufgrund seiner hochaufragenden, vor die Bauflucht der Gesamtzeile tretenden Fassade in Einheit mit dem Nachbargebäude eine straßenbildprägende Funktion zu. Gemeisam mit den Kopfbauten der Zeile rhythmisieren sie die Bebauung und geben ihr eine Mitte. Für den geschlossenen Gesamteindruck des Ensembles und das Verständnis des städtebaulichen Gesamtzusammenhanges sind diese Mittelbauten unverzichtbar und daher unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0