Wohnhaus
Hochstadenstraße 14 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2161 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hochstadenstraße 14, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.03.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1890 als Wohnhaus mit vier Vollgeschossen, einem Souterrain, vier Achsen und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Hochstadenstraße verbindet den Zülpicher Platz an seiner Südecke mit der Luxemburger Straße als Ausfallstraße. Die mit etwa 45 Grad schleifende Einmündung liegt unweit der Eisenbahnüberführung, einem Denkmal der Brückenbauwerke des Eisenbahngürtels. Der Eindruck des Straßenraums entspricht in seinem auf das Wohnviertel zwischen Zülpicher Straße, Roonstraße, Luxemburger Straße und Eisenbahngürtel bezogenen Wohn-Charakter der Kyffhäuserstraße und der Heinsbergstraße. Den optischen Abschluß des Straßenraums bilden jenseits des Zülpicher Platzes das zentral stehende Eckhaus Zülpicher Straße 18, zwischen dem teilweise sichtbaren, aus der Straßenachse gerückten Turm der Herz-Jesu Kirche rechts und einer Gebäudeflucht der Engelbertstraße mit den historischen Häusern Nr. 8 und 12 zur linken Seite und, am gegenüber liegenden Straßenende eine Hauswand der Luxemburger Straße. Die Traufhöhen der vier- bis fünfgeschossigen Altbebauung geht an den verschliffenen Ecken der Kreuzung mit der Kyffhäuserstraße einheitlich in deren Traufhöhe über. Der Querschnitt des Straßenraums als stehendes Rechteck ist gleich dem der übrigen Straßen des Viertels und steht in bewußtem Gegensatz zu der Weite der rings umgebenden Wohn- und Geschäftsstraßen und prachtvollen Platzanlagen.
Der Sockel des Hauses besteht aus zwei Elementen, dem Souterrain und dem ersten Obergeschoß, die beide - jedes für sich - mit gleichen, vorkragenden, aber bandartigen Gesimsen oberhalb abschließen. Die Geschosse darüber bilden den einheitlichen Hauptbestandteil der Fassade. Der Souterrain und das erste Obergeschoß bringen mit kraftvoll bossierter Bänderung - am Souterrain zusätzlich rustiziert - die Schwere der Auflast zum Ausdruck. Am zweiten Obergeschoß vermitteln das Fensterbankgesims und die Festons auf den Fensterbrüstungen den Übergang vom Stockwerkgesims auf die Einheit der oberen Geschosse, an denen die Verdachungen und die Fensterbankgesimse zu schmuckvollen, friesartigen Bändern zusammgefaßt sind. Die Dreieck-Verdachungen am zweiten Obergeschoß und die hohen Flachbogen-Verdachungen am dritten berühren mit ihren Scheiteln die Fensterbankgesimse oberhalb, die als Konsolgesimse mit Konsolen unterhalb der seitlichen Fenstergewände, um deren Stützflächen sich die Gesimse verkröpfen, weitere Verbindung zu den Überdachungen unterhalb herstellen. Das Dachgesims als Konsolgesims gibt der Fassade ihren oberen Abschluß. Die ab dem zweiten Obergeschoß in klassizistischer Kölner Tradition von Geschoß zu Geschoß abnehmenden Fensterhöhen vermitteln optische Überhöhung. Die vom Souterrain bis zum vierten Obergeschoß zueinander gerückten, mittleren Fensterachsen fassen die Achse der symmetrischen Fassadenordnung ein und betonen damit die zentrale Vertikalität. Die im Grunde klassizistische Architektur bereichern Formelemente der Renaissance, die auf barocke Weise, spielerisch kombiniert, zu individueller Aussage gelangen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0