Wohn- u. Geschäftshaus

Lindenstraße 67 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2173
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Lindenstraße 67, 50674 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.03.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1895 als fünfgeschossiges, vierachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.

Die Lindenstraße ist eine der Ausfallstraßen in Verlängerung der Altstadtstraßen Marsilstein / Schaafenstraße über die Ringe Habsburgerring und Hohenstaufenring hinaus. Die Eisenbahnüberführung Eisenbahnüberführung, einem Denkmal der Brückenbauwerke des der Lindenstraße mit überhöhender, baumbestandener Bahndammböschung einerseits, das Eckhaus Lindenstraße 38 in der Gabelung Lindenstraße / Händelstraße andererseits und die Flächen der Hauswände mit den Traufhöhen der fünfgeschossigen, historischen Bebauung bilden einen eigenständigen, von den Ringen unabhängigen Straßenraum der Neustadt. Erst der letzte Straßenabschnitt hinter der Straßenbiegung an der Gabelung wendet sich durch ansteigendes Straßenniveau und Sichtbezug dem Habsburgerring und Hohenstaufenring zu. Die Kreuzung Roonstraße und die fächerförmig einmündende Mozartstraße und Brüsseler Straße stellen die interne Erschließung der Umgebung her. Der dreieckförmige Platz als seitliche Erweiterung der Lindenstraße nimmt die Lützowstraße, die Boissereestraße und die Dasselstraße auf und führt sie gemeinsam mit der Lindenstraße unter der Eisenbahntrasse hindurch zum inneren Grüngürtel. Die Traufhöhe, welche von der fünfgeschossigen, historischen Bebauung ausgeht und die Breite der Straße ergeben einen etwa quadratischen Querschnitt mit guten, hygienischen Wohnbedingungen.

Die vom Erdgeschoß bis zum vierten Obergeschoß spiegelbildlich geordnete Fassade betont die Lage ihrer Symmetrie-Achse mit einem breiten, mittleren Fensterpfeiler durch Auseinanderrücken und eigenständige Fensterumrahmungen der mittleren Fenster des zweiten Obergeschosses, bestehend aus Fensterbank-Verkröpfung des Fensterbakgesimses - pilaster-artigen Seitenteilen und Verdachungen und Verdachungen aus Konsolfries und Flachbogen beider linker und rechter Fensterachsen. Unter dieser zentralen Last öffnet sich das Erdgeschoß mit zwei quadratischen Schaufenstern zwischen Haus- und Ladeneingang in den äußeren Achsen. Über je zwei Schlußsteinen aus volutenförmig gerollten Blättern auf den Stürzen schließt ein Fries an, dessen Fläche die an ihren Enden auf Konsolen gestützten Dreieck-Überdachungen der Eingänge aufnimmt und oberhalb mit dem kräftig ausgeprägten Fensterbankgesims des zweiten Obergeschosses als Mezzanin, mit quadratischen Mittelfenstern, welche die Quadrate der Schaufenster in ähnlicher, verkleinerter Form wiederholen. Die Überdachungen in Form horizontaler Balken bilden das Fundament für die Einzel-Brüstungsfelder. Den Umrahmungen und Verdachungen der Fenster des zweiten Obergeschosses schließen sich die Umrahmungen und Verdachungen der Fenster des dritten Obergeschosses in dichten Abständen an. Die Fenster des vierten Obergeschosses beginnen auf dem zu den horizontalen Verdachungen des dritten Obergeschosses auf Distanz gesetzten Fensterbankgesims. Die balkenförmigen Überdachungen sind Teile des Dachgesimses. Das zweite, dritte und vierte Obergeschoß entsprechen der klassizistischen Leitidee von Geschoß zu Geschoß, aufwärts gesehen, abnehmender Geschoßhöhe. Die Formgebung der Einzelelemente ist aus der Renaissance und dem Barock abgeleitet und dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit entsprechend übersetzt.

Den Bodenspiegel des Hausflurs aus hellbraunem, schwarzen und weißen Terrazzo umgeben konzentrische Rechteck-Rahmen aus hellgrauem und dunkelroten Terrazzo, deren Breite nach außen hin zunimmt und mit besonderem, breiten, äußeren Rand in schwarzem Terrazzo abschließt. Ein Streifen Mosaik aus abwechselnd schwarzen und gelben Steinen setzt den Bodenspiegel von der Randrahmung ab. Das Zentrum des Bodenspiegels bildet ein in der Längs-Achse des Hausflurs gedehnter, achteckiger Stern aus grauen und roten Rhomben mit schwarzer, kreisrunder Mitte und einem Streifen aus schwarzem Mosaik, der den Stern gegen den Bodenspiegel absetzt. Den Boden des Treppenhauses, der aus dem gleichen Terrazzo-Material besteht wie der des Hausflurs, umgeben eine breite, schwarze Randrahmung und ein Mosaikstreifen aus abwechselnd schwarzen und weißen Steinen, der den Bodenspiegel gegen die Randrahmung absetzt. Die gerade, zwei- und gegenläufige, rechtswendende Holztreppe begleiten ein Holzgeländer mit Würfeln in den Stabmitten und ein gedrechselter Antrittspfosten im Erdgeschoß mit Vasenform über seiner Basis und konischem, kannelierten Schaft in seinem oberen Teil. Von den Wohnungsabschlüssen sind die profilierten Türrahmungen mit Basen am Fußboden erhalten. Vom Ausbau der Wohnungen bestehen Türlaibungen aus Rahmen mit Füllungen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0