Wohnhaus

Hochstadenstraße 24 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2196
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hochstadenstraße 24, 50674 Köln
Baujahrum 1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1898 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einem Erker, einem Balkon und einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.

Die Hochstadenstraße verbindet den Zülpicher Platz an seiner Südecke mit der Luxemburger Straße als Ausfallstraße. Die mit etwa 45 Grad schleifende Einmündung liegt unweit der Eisenbahnüberführung, einem Denkmal der Brückenbauwerke des Eisenbahngürtels. Der Eindruck des Straßenraums entspricht in seinem auf das Wohnviertel zwischen Zülpicher Straße, Roonstraße, Luxemburger Straße und Eisenbahngürtel bezogenen Wohn-Charakter der Kyffhäuserstraße und der Heinsbergstraße. Den optischen Abschluß des Straßenraums bilden jenseits des Zülpicher Platzes das zentral stehende Eckhaus Zülpicher Straße 18, zwischen dem teilweise sichtbaren, aus der Straßenachse gerückten Turm der Herz-Jesu Kirche rechts und einer Gebäudeflucht der Engelbertstraße mit den historischen Häusern Nr. 8 und 12 zur linken Seite und, am gegenüber liegenden Straßenende eine Hauswand der Luxemburger Straße. Die Traufhöhen der vier- bis fünfgeschossigen Altbebauung geht an den verschliffenen Ecken der Kreuzung mit der Kyffhäuserstraße einheitlich in deren Traufhöhe über. Der Querschnitt des Straßenraums als stehendes Rechteck ist gleich dem der übrigen Straßen des Viertels und steht in bewußtem Gegensatz zu der Weite der rings umgebenden Wohn- und Geschäftsstraßen und prachtvollen Platzanlagen.

Zwei gleiche, architektonische Gliederungsmotive, bestehend aus Stockwerk- und Fensterbankgesimsen, fassen am ersten und dritten Obergeschoß die Brüstungsbänder mit Schmuckfeldern unter den Fensteröffnungen ein und teilen die Fassadenfläche in die Zone des Erdgeschosses, des ersten und zweiten und des vierten Obergeschosses auf. Dieser Aufteilung entspricht die teilweise nach oben hin abnehmende Bänderungsbreite des glatten Stucks, die ein die Fläche betonender Fugenschnitt geringer Tiefe ausschneidet. Der die Fassade asymmetrisch akzentuierende Erker mit abgeschrägten Seiten am ersten und zweiten Obergeschoß und Balkon am dritten Obergeschoß wird von den beschriebenen Gesimsen an seinem unteren und oberen Ende - das Fensterbankgesims wird von der Balkonbrüstung als oberer Abschluß weitergeführt - umgeben und in die Fassade eingebunden. Das kräftig ausladende Traufgesims, das die gleichmäßig hochgezogenen, die Dachfläche einfassenden Brandmauern miteinander verbindet, wird an der Fassade von einem Bogenfries unterstützt, der die Bogen zwischen ihren Ansätzen und den Konsolen darunter miteinander verbindet. Die Vertikalität der Fensterachsen beginnt mit Rundbogenfenstern im Erdgeschoß, wird mit Rund- und Flachbogenfenstern am ersten und zweiten Obergeschoß, mit Rechteckfenstern am dritten Obergeschoß, unter der Horizontalen des Dachgesimses, weitergeführt und mündet zuletzt in je einer Achse zugeordneten Dachgaube. Die rechte Seitenachse wird zum Erker zusätzlich durch Abrücken von den beiden linken Achsen, durch die Kombination von Fenster und Haustüre - beide mit Halbkreisbogen - und einer Dreierkombination, bestehend aus einer Fenstertüre mit zwei schmalen, seitlichen Fenstern über dem Erker am Balkon vor dem dritten Obergeschoß als markante, den architektonischen Ausdruck der Fassade im wesentlichen bestimmende Achse hervorgehoben. Die Architektur des Gebäudes besteht aus Elementen des Klassizismus der Renaissance, die individuell abgewandelt im Sinn des Repräsentationsbedürfnisses der Zeit abgewandelt wurden.

Die Haustüre ist dem Vorbild eines Fensters nachgebildet. Die Mitte des Brüstungsfeldes bildet ein liegender Diamantquader, der umgeben von einer schmalen, inneren, an den Mitten der Seiten unterbrochenen und einer breiten, konzentrischen, äußeren Rahmen, deren Profil nach innen hin an Höhe abnimmt. Das gesimsartige Bodenbrett am Fuß des Brüstungsfeldes ist mit Stahlblech beschlagen. Im Abstandsfeld zwischen dem unteren, schmalen und oberen breiten, wulstigen Profil des Fensterbankgesimses hängt vom oberen Profil die an den Rändern geschwungene und in der Fläche skulptierte Form eines Zierbretts herab. Dem mittigen Fenster in der Form eines stehenden Rechtecks ist ein vertikal symmetrisches, schmiedeeisernes Gitter aus flachem, schmalen Bandstahl mit spiralförmigen Enden und einem gedrehten, vertikalen Mittelstab vorgesetzt. Innerhalb der äußeren Rahmung des Fensters, die auf der Fensterbank aufliegt, wird das Fenster von zwei Pilastern flankiert, deren Basen den Rahmen übergreifend an der Fensterbank stehen und deren ionischen Kapitellen über vielseitig verziertem Schaft Halbkreisbogen ziert eine geschnitzte, etwa halbkreisförmige Platten, die seitlichen, horizontalen Ansätze des halbrunden Überdachungsprofils unterstützen. Der schmale, zweiteilige Kämpfer mit einer Zahnleiste als unterer Vorderkante, trennt den Türbereich von dem hohen, gestelzten Halbkreisbogen des Oberlichts. Den grauen Terrazzoboden des Hausflurs umgibt eine Folge aus von innen nach außen breiter werdenden Streifen aus weißem Mosaik, rotem, hellbraunen und schwarzen Terrazzo als breite Randrahmung. Die Seitenenden der roten Rahmung bilden an den Ecken des Bodenfelds nach innen drehende Voluten, die von zwei Seiten abstrahierte Pflanzenmotive in Schwarz umklammern, deren Symmetrie-Achsen zugleich die Winkelhalbierenden bilden. Das formal ungewöhnliche, zweiachig symmetrische Mittelmotiv setzt sich aus vier breiten Spiralen mit davon unabhängigen, herzförmigen Ansätzen zu beiden Seiten in der Längsachse, abstrahierten Blütenformen in rot auf grauem Hintergrund zusammen. Die Stuckdecke des Hausflurs trägt ein Kehlprofil und eine zentrale, strahlenförmige Rosette mit einer Halbkugel als Mitte. Der Zugang zum Treppenhaus besteht aus einem halbrunden Stützbogen auf schmalen Mauervorlagen. Den Boden aus grauem Terrazzo des am Ende des Hauflurs seitlich nach links versetzten Treppenhauses umgibt ein Mosaikstreifen aus abwechselnd schwarzen und weißen Steinen und eine breite Randrahmung aus schwarzem Terrazzo. Die gerade, zwei- und gegenläufige, linkswendende Treppe aus hellbraunem Terrazzo begleitet ein Holzgeländer mit Holzhandlauf und ein gedrechselter Antrittspfosten im Erdgeschoß mit Arkanthusblättern als Schnitzwerk oberhalb eines Sockels. Die etwa quadratischen Stockwerk- und Zwischenpodeste aus grauem Terrazzo werden von einer breitren, roten Randrahmung umgeben, die ein Mosaikstreifen aus abwechseln schwarzen und weißen Steinen, deren halbkreisförmigen Konvex Ecken nach innen gekröpft an den Seiten anschließen, vom Mittelfeld absetzt. Die Zentren aller Podeste tragen große, achteckige Sterne aus abwechselnd schwarzen und roten Rhomben, hellbrauner Mitte und einem Außenrand aus einem Streifen in weißem Mosaik. Die Treppenhausfenster sind im Original erhalten. Die Wohnungsabschlüsse bestehen aus einflügeligen, innen angeschlagenen Wohnungstüren, einem hohen Kämpfer mit eienr Zahnleiste an der unteren Vorderkante und einem etwa quadratischen, vertila zweigeteilten Oberlicht. Die Wand- und Sturzbekleidungen fassen im OberlichtBereich quadratische Füllungen, im unteren Bereich, wie auch im Türblatt , Füllungen in der Form stehender Rechtecke ein mit den Höhenverhältnissen zwei zu eins von oben nach unten gesehen. Die Wohnungen enthalten originale Türen, -laibungen, Stuckreste und originale Außenfenster.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0