Wohnhaus
Rolandstraße 70 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2322 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Rolandstraße 70, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1904 |
| Architekt / Planung | Franz Brautzky |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.05.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des südlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von Hermann-Joseph Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Karthäuserwall und den preussischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Rolandstraße entstanden vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen.
Das viergeschossige Wohnhaus mit einem Giebelgeschoß und einem Tor Rolandstraße 70 wurde um 1904 nach Plänen des Architekten Franz Brautzky errichtet. Es zeigt eine dreiachsige Stuckfassade mit Fachwerk (4. OG und Giebelgeschoß) und Werkstein (EG) im Jugendstil mit einem heimatlich-romantischen Beigeschmack. Originale Fenster (Ausnahme EG), ein stilechtes Tor sowie keramische Fliesen an Fensterbrüstungen des 1. OG ergänzen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung. Im Hausinnern ist erhaltungswürdig: Wandstuck (Bänderung), Deckenstuck (Reste), Marmorstufen, Eisengeländer und eine Supraporte im Tordurchgang (Tordurchfahrt), eine Terrazzotreppe mit Eisengeländer, originale Wohnungseingangstüren, farbige und bleigefaßte Jugendstilfenster im Treppenhaus, originale Zimmertüren, Deckenstuck, Parkettböden in Wohnräumen und Wandfliesen in den Küchen sowie die originale Grundrißstruktur der Wohnungen. Erhaltungswürdig ist auch die rote Backsteinfassade mit gelben Streifen im Hof, das große (über zwei OG gezogene) Spitzbogenfenster sowie das originale Treppenhaus (Terrazzotreppe, Eisengeländer, originale Wohnungseingangstüren) im Querflügel. Das o. g. Objekt stellt eine großstädtische Variante des ehemals für Köln charakteristischen Drei-Fenster-Hauses auf L-förmigem Grundriß dar. Der ehemalige Hofanbau ist um einen Querflügel erweitert, so daß ein von drei Seiten geschlossener Hof entsteht. Mit den Nachbarhäusern Nr. 14, 18 ("Doppelhaus") und 72 bildet das o. g. Objekt ein städtebauliches Ensemble typengleicher Häuser (vier Geschosse, DG, Erker, Giebel), die eine geschlossene Hausfront und eine architektonische Antwort auf den gegenüberliegenden Gebäudekomplex der kath. Pfarrkirche und des Klosters Maria-Hilf (Rolandstraße 57 - 61) darstellen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0