Wohnhaus

Lindenallee 66 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2369
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lindenallee 66, 50968 Köln
Baujahrum 1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.05.1984
Stadtteil Marienburg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des 20. Jh. darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jh. eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jh. wurde auf dem Gelände nach Plänen des Stadtbaumeisters Herrmann-Joseph Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt. Bedeutende deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto March, Hermann Olbrich und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnen zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.

Die zweigeschossige Villa war ursprünglich Teil eines Doppelhauses, von dem die eine Hälfte leider nach Kriegseinwirkung abgebrochen und modern wieder aufgebaut wurde. Der damalige Besitzer des Hauses Nr. 66 konnte trotz Beschädigungen des Hinterhauses das Gebäude und damit ein unverzichtbares Element Marienburgs bewahren. Das Haus wurde um 1908 als Putzbau mit Backsteinsockel im Stil der Gartenstadtbewegung errichtet. Die Fenster (original) und die Fassade wird von einem abgeschrägten rechts vorspringendem Risalit bestimmt, das im Giebelgeschoß (2. OG) überdacht ist. Der hohe Schmuckgiebel und der seitliche Eingang zum Hochparterre mit Terrazzotreppe blieb - wie die Haustür - original erhalten. Auch die seitliche Glasüberdachung (und die Kellertreppe mit einem original vergitterten Kellerfenster) ist im ursprünglichen Zustand geblieben. Die gesamte rückwärtige Fassade ist neu wie auch der Innenausbau, von dem nur die gußeisernen Heizkörper noch original sind. Der Garten zeigt noch in seiner Anlage Stilelemente des Hausgartens des frühen 20. Jh. Trotz der erheblichen Änderungen im Innern und an der Gartenfassade ist das Gebäude als wesentliches Element des Straßenbildes der Marienburger Straße unverzichtbar. Die Erhaltung des Ensembles von Marienburg ist Privileg und zugleich Anspruch an seine Bewohner, den Besitz zu wahren und zu pflegen. Das Gebäude ist ein wesentliches historisches Dokument des späten historisierenden Villenstils.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0