Wohnhaus

Am Südpark 33 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2491
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Am Südpark 33, 50968 Köln
Baujahr1923
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.07.1984
Stadtteil Marienburg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvorortes aus dem Beginn des 20. Jh. darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jh. eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jh. wurde auf dem Hügel nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt. Bedeutende, deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto March, Herrmann Olbrich u. a. haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.

Die um 1924 von Th. Merrill erbaute Villa ist in ihrer gesamten Substanz original erhalten. Die streng axial ausgerichtete Konzeption der Außenfassaden im etwas vereinfachten Landhausstil wird im Innern durch einen reichen Ausbau im Art-deco-Stil ergänzt. Die original erhaltenen Sprossenfenster, die originale Eingangstür mit dem reizvollen Gittertor im Oberlicht sowie die schmiedeeisernen Gitter an EG-Fenstern und Balkons bilden die Feinstruktur, die die Maßstäblichkeit der Fassaden mit den Innenräumen verzahnt. Hinter der originalen, historisierenden Einfriedung mit kleinem Vorgarten steht die Putzfassade der zweigeschossigen Villa. Die drei Achsen werden im EG von drei Pariser Fenstern eingenommen, die von einem originalen Leistenspalier im Art-deco-Stil umrahmt sind. Die drei Fenster im 1. OG sind kleiner und gleichförmig, eine axial gesetzte Dachgaube schmückt das DG. Die seitlich zurückgesetzte Garage ist durchaus in die Fassade einbezogen und scheint ebenfalls vollständig original erhalten zu sein. Gesonderte Eingangstore für Hauseingang und Garage in der Einfriedung. Die ebenfalls dreiachsige Seitenfassade erhält in der Mittelachse die Eingangtür, die über einige Stufen erreicht wird. Pfeilervorlagen im Art-deco-Stil tragen, sich nach unten verjüngend, das über dem Eingang als Balkon ausgebildete Vordach. Die im Heimatstil original beschnittenen Eibensträucher flankieren die Eingangstreppe und bilden so den Übergang zum weitgehend original belassenen Garten. Die seitlichen Nebenfenster sind vergittert. Im OG befinden sich in den Achsen ebenfalls drei mit Schlagläden versehene Fenster. Im Innern wurde die kleine, querliegende Eingangshalle mit schwarz-weiß alternierendem Marmorplattenboden, gewendelter Holztreppe mit Holzgeländer im Art-deco-Stil sowie Heizkörpern mit originaler Verkleidung ausgestattet. Im gesamten Haus wurden die originalen Türen mit stilvollen, originalen Messingbeschlägen vorgefunden. Im EG befindet sich die Küche mit schwarz-weißem Fliesenbelag, ein teilweise vertäfeltes Wohnzimmer mit originalen Stuckspiegeln an den Wänden, hölzernen Fensterumkleidungen, originalem Art-deco-Kamin in schmalen Ziegelbändern, originaler Heizkörperverkleidung in Marmor, Parkettboden und Edelholz-furnierte Türen. Die drei hintereinanderliegenden Wohnräume des EGs zeigen eine gleichartige, vorzügliche Ausstattung (Decken der Kopfräume mit knappen Kehlleisten). Im ersten OG wird das über der Eingangshalle liegende Vestibül mit einer Bogenarchitektur zu den Schlafräumen hin geschlossen. Zur Seitenfassade führt eine Tür auf den vergitterten Balkon. Das zur Straße hin gelegene Ankleidezimmer weist einen besonders schönen Wandschrank auf, dessen Mittelteil mit einer chinesischen, reizvollen Goldlackarbeit geschmückt ist. Die Gartenfassade, ebenfalls dreiachsig in beiden Geschossen, wird im EG durch drei sprossengeschmückte Fenstertüren akzentuiert, denen eine halbrunde Terrasse mit zum Garten hinführender Steintreppe vorgelagert ist. Zur linken Seite hin ist eine erdgeschossige, originale Garage angebaut, die von der Straße her einen gesonderten Zugang mit Abschlußgittern besitzt. Im OG befinden sich über den Pariser Fenstern des EGs jeweils kleinere Fenster mit Schlagläden. Städtebaulich ist das Gebäude ein unverzichtbarer Teil des Ensembles Marienburgs, sowohl wegen seines besonders vollständigen, originalen Zustands, als auch besonders als Werk eines berühmten Kölner Architekten der 20er Jahre. Seine hervorragende Lage im Halbkreis der Straße gegenüber dem Südpark unterstreicht die maßstabbildende Wirkung dieses bedeutenden Bauwerks, das den typischen Charakter Marienburgs prägt. Die Villa Am Südpark 33 ist deshalb für die Stadt Köln unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0