Wohn- u. Geschäftshaus

Kyffhäuserstraße 24 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2563
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Kyffhäuserstraße 24, 50674 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.07.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Kyffhäuserstraße als diagonale Erschließungsstraße des Wohnviertels zwischen der Zülpicher Straße, der Roonstraße und der Luxemburger Straße verbindet den Barbarossaplatz, einen der ehemals schönsten Sternplätze Europas in der Reihe "festlicher Räume" der Ringe, mit der Zülpicher Straße unmittelbar vor der Überführung des Eisenbahngürtels und dem Neustadtbereich jenseits der Bahnlinie. Das zum Barbarossaplatz hin leicht ansteigende Straßeniveau verdeutlicht die Nähe des Platzes. Der großzügige, aber im Vergleich zu den meisten Straßen der Neustadt enge Straßenraum mit zu beiden Seiten gleichhoher, viergeschossiger Altbebauung, deren Traufhöhe von den Neubauten nach der Kriegszerstörung übernommen wurde, bildet ein stehendes, weites Rechteck. Die Wohnlichkeit des Straßenraums, die sich in der Hochstadenstraße und der Heinsbergstraße als verbindende Charakteristik des Viertels wiederholt, öffnet sich an den Enden unmittelbar zu den weiten Räumen der Platzanlagen hin. Die rechtwinklige Einmündung der Heinsbergstraße und rechtwinklige Kreuzung der Hochstadenstraße mit Verschleifungen der Ecken, beeinträchtigen den Gesamteindruck des Straßenraums nicht und werden erst unmittelbar an den Kreuzungspunkten wahrgenommen. Die Fassade des Hauses Kyffhäuserstraße 24 wird an beiden Seiten durch Fassaden des Wiederaufbaus der Nachkriegszeit eingefaßt. Die plastisch gestaltete Gründerzeitfassade wird durch die konträre Architekturauffassung zu einem städtebaulich belebenden Akzent hervorgehoben.

Das Objekt Kyffhäuserstraße 24 wurde um 1890 als viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer Fassade aus zweifarbigem Backstein und Stuckgliederungen errichtet. Die Fassade zeigt einen tragenden Sockel, bestehend aus EG und 1. OG, der mit vielfältig profiliertem Sockelgesims - zugleich durchlaufendes Fensterbankgesims am 2. OG - abschließt und das als Einheit konzipierte 2. und 3. OG trägt. Die Einheitlichkeit entsteht durch die Vertikalität gemeinsamer, durchlaufender Fensterpfeiler, die in flachbogige Fensterstürze am 3. OG übergehen, die gemeinsam durch das Dachgesims der weitesten Gesimsauskragung der Fassade überdacht werden. Die ästhetische Wirkung dieser Elemente wird durch begleitende, hinweisende Ausdrucksmittel unterstützt. So bezieht sich das durchlaufende Fensterbankgesims am 1. OG auf das abschließende Sockelgesims. Die Fenster des 2. und 3. OG liegen scheinbar ohne Einbindung auf gemeinsamer, vertiefter Fläche zwischen den beschriebenen Pfeilern. Die Fensterbank-Einzelgesimse am 3. OG und die schmalen Einzelgesimse mit niedriger Profilhöhe auf den Fensterpfeilern, die an den Stürzen des 3. OG als flache Überdachungswellen fortlaufen, weisen jeweils auf das nächste Hauptgesims oberhalb hin. Die überhöhende Wirkung der Fassade entsteht durch niedrigere Fensterhöhen am 2. und 3. OG gegenüber der des 1. OG, durch weitere Auskragung der Hauptgesimse gegenüber den nächst tieferliegenden und durch die gemeinsamen Fensterpfeiler am 2. und 3. OG. Die eigenwillige, selbständige Architektur orientiert sich im weitesten Sinne an Vorbildern der Renaissance. Grundlage der Gestaltung sind unterschiedliche Oberflächen von Ziegeln - teilweise farbig glasiert -, Ornamentierungen z. B. als Teil der Gesimse, die aus der Addition von Einzelsteinen entwickelt wurden und Profilsteinen mit z. B. kreisförmig abgerundeten Kanten als innerer Teil der Fensterumrahmungen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0