Wohnhaus

Hochstadenstraße 31 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2192
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hochstadenstraße 31, 50674 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.04.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einem Erker, einem Balkon und einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.

Die Hochstadenstraße verbindet den Zülpicher Platz an seiner Südecke mit der Luxemburger Straße als Ausfallstraße. Die mit etwa 45 Grad schleifende Einmündung liegt unweit der Eisenbahnüberführung, einem Denkmal der Brückenbauwerke des Eisenbahngürtels. Der Eindruck des Straßenraums entspricht in seinem auf das Wohnviertel zwischen Zülpicher Straße, Roonstraße, Luxemburger Straße und Eisenbahngürtel bezogenen Wohn-Charakter der Kyffhäuserstraße und der Heinsbergstraße. Den optischen Abschluß des Straßenraums bilden jenseits des Zülpicher Platzes das zentral stehende Eckhaus Zülpicher Straße 18, zwischen dem teilweise sichtbaren, aus der Straßenachse gerückten Turm der Herz-Jesu Kirche rechts und einer Gebäudeflucht der Engelbertstraße mit den historischen Häusern Nr. 8 und 12 zur linken Seite und, am gegenüber liegenden Straßenende eine Hauswand der Luxemburger Straße. Die Traufhöhen der vier- bis fünfgeschossigen Altbebauung geht an den verschliffenen Ecken der Kreuzung mit der Kyffhäuserstraße einheitlich in deren Traufhöhe über. Der Querschnitt des Straßenraums als stehendes Rechteck ist gleich dem der übrigen Straßen des Viertels und steht in bewußtem Gegensatz zu der Weite der rings umgebenden Wohn- und Geschäftsstraßen und prachtvollen Platzanlagen.

Die Fassade besteht aus den architektonischen Einheiten des Erdgeschosses und des ersten bis dritten Obergeschosses. Das Erdgeschoß mit glattflächiger, breit gefugter Bänderung, Voluten als Schlußsteine über den Fenstern und dem Hauseingang und abschließenden Stockwerkgesims, wiederholt die breitere Bänderung des Erdsockels, der mit einem kräftig ausladenden Gesims abschließt. Der Erdsockel mit dem Erdgeschoß und das erste bis dritte Obergeschoß bilden jeweils eine architektonische Einheit. Die schmalen, dicht zueinander gerückten, mittleren Fenster im Erdsockel, am Erdgeschoß, am dritten Obergeschoß und der flache Mittelerker am ersten und zweiten Obergeschoß, der mit einem Balkon vor dem vierten Obergeschoß abschließt, betonen die Mittellage der Symmetrie-Achse, der oberhalb der Traufe die mittlere Dachgaube entspricht. Die Fenster des Erkers bestehen aus einer Reihung schmaler, gekuppelter Fenster, einschließlich der Seitenfenster zu beiden Seiten breiter Mittelfenster an der Vorderseite, die eine Stuckvorlage auf der Sturz- und Brüstungsfläche zwischen beiden Fenstern vertikal miteinander verbindet. Die trennenden Zwischenelemente der Fenster bestehen am ersten Obergeschoß aus Halbränken und Eckpilastern, am zweiten Obergeschoß aus schmalen Pilastern mit Volutenkapitellen und sie verbindenen, horizontalen Steinbalken als Oberlichtkämpfer. Die Brüstung des Erdgeschosses wird von drei Voluten-Konsolen, die unter dem Stockwerkgesims des Erdgeschosses auskragen, unterstützt. Die Brüstung des bekrönenden Balkons ruht auf dem Architrav als Fenstersturz des zweiten Obergeschosses. Die horizontalen Gesimsverdachungen am ersten und zweiten Obergeschoß der seitlichen Fensterachsen verlaufen ebenso wie das schmale Fensterbankgesims am ersten Obergeschoß und das Stockwerkgesims über dem Erdgeschoß kontinuierlich um den Erker herum und binden ihn somit in die Fassadenfläche ein. Die von Geschoß zu Geschoß abnehmenden Fensterhöhen - den Fensterhöhen des Erdgeschosses sind vertieft liegende Brüstungsfelder zugegeben - vermitteln eine optische Gesamtüberhöhung der Fassade. Die im Grund klassizistische Architektur wird von Formelementen der Renaissance bereichert, die im Sinn des Repräsentationsbedürfnisses der Zeit individuell übersetzt wurden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0