Wohn- u. Geschäftshaus
Nußbaumerstraße 53 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2653 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Nußbaumerstraße 53, 50825 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.10.1984 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neugotischen Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z. B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Die Nußbaumerstraße ist eine größere Verkehrsstraße am Rande des ältesten Teils von Neuehrenfeld.
Das 1906 vom Architekten Peter Gendebien erbaute Wohn- und Geschäftshaus ist ein breites Eckgebäude mit je vier Achsen zur Nußbaumerstraße und zur Chamissostraße. Gegenüber der i. d. R. dreigeschossigen Anschlußbebauung weist auch dieses Eckgebäude ein Geschoß mehr auf, welches teilweise durch ein Mansarddach verdeckt, teilweise jedoch durch die beiden barock geschwungenen Schmuckgiebel über den zweigeschossigen Erkern vor den beiden Mittelachsen betont wird. Die Stuckfassade ist stilistisch zwischen geometrischem Jugendstil und spätem Klassizismus einzuornen, der auch den repäsentativen Duktus der Gesamtfassade bestimmt. Repräsentativ sind vor allem die Erker, die das Gebäude auch plastisch aus der historischen Nachbarbebauung herausheben (EG als Ladenzone verändert). Sowohl zur Nußbaumerstraße als auch zur Chamissostraße besitzt das Haus vier Achsen (Erker jeweils an den beiden Mittelachsen). Die Fenster im 1. OG sind weitgehend original, sonstige Fenster und Haustür wurden erneuert. Im Innern wurde originaler Terrazzoboden und Fliesenbelag an den Wänden angetroffen. Eine Betondecke (auf den Podesten Terrazzo) mit Holzgeländer (Treppenhausfenster in Buntglas) führt in die teilweise umgebauten OGs. Hier haben sich in den Wohnzimmern noch Stuckdecken sowie größtenteils die Zimmertüren erhalten. Rückwärtige Fassade, die auf einen zusammenhängenden Grünbereich schaut, in rotem Backstein mit gelben Musterungen. Städtebaulich ist dieses, an der Grenze des Ensemlebereichs von Neuehrenfeld gelegene, Gebäude ein Dokument des ausgehenden Jugendstils, der in der Gesamtkonzeption der Siemensstraße und Chamissostraße seine letzte Blüte erlebte. Der relativ strenge, städtebaulich recht dominante Eckbau, ist ein unverzichtbarer Teil des Ensembles und bildet gegenüber den mehr siedlungsartigen Nachkriegsbauten einen wichtigen Abschluß des historischen Stadtteils.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0