Wohnhaus

Chamissostraße 20 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4384
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Chamissostraße 20, 50825 Köln
Baujahr1905 bis 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.12.1987
Stadtteil Ehrenfeld

Das Wohnhaus wurde 1905 - 1910 errichtet. Baukünstlerisch leitet das 3-geschossige und 4-achsige traufständige Wohnhaus die von der Nußbaumer Straße beginnende Reihe von aufeinander angegliederten Gebäuden der Straßenreihe ein. Der Durchbruch zum modernen Bauen zeigt sich an der kompakt gehaltenen Baumasse und an sachlichen Anlagen mit einer nur spärlich verzierten Fassade. Die klare Achsengliederung durch hohe, gerade eingeschnittene, rechteckige Fenster zieht sich bis zur Dachzone kontinuierlich durch. Der Erdgeschoßbereich mit einem hohen Werksteinsockel und Hauseingangsbetonung durch den dekorativen Barockaufsatz auf Konsolen ist von den zwei Hauptgeschossen durch ein stark verkröpftes Brüstungsgesims mit Zahnschnittleiste abgetrennt.

Die zarte Bänderung in der Stuckfassade ist durch ein durchlaufendes geometrisches Ornament in den Fensterfeldern und durch ein bekörnendes traditionelles Maskenornament verziert. In der noch wichtigeren, weil den Wohnbereich tragenden Hinterfront, entfaltet sich die einfache funktionelle Schönheit der mit Farbklinkern und Gesimsen unterteilten Backsteinfassade. Der mit Farbkacheln bekleidete und mit inkrustiertem Mosaik geschmückte Terrazzoboden des Vestibüls führt zur Treppe mit runden Antrittspfosten und gedrechseltem Holzgeländer aus der Erstbebauungszeit. Im Treppenhaus befinden sich hohe zweiflügelige Fenster mit besonders gestalteten Farbglaszeichnungen. Die neu eingesetzte Hauseingangstür aus den 50er Jahren ist ebenfalls erhaltenswert.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Wohngebäude als Teil eines noch gut erhaltenen Stadtensembles bedeutend für die Geschichte Neuehrenfelds, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils anschaulich belegt. Das Viertel wurde von Ehrenfeld aus, das selbst 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neogotischem Stil, so St. Anna in der Ottostraße oder St. Peter am Simarplatz bildeten Beziehungspunkte der Wohnsiedlung. Die Chamissostraße war als Straßenzug von Reiheneigenheimen von der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld einheiltich erstellt worden und besteht aus mehr oder weniger aufwendig gestalteten Mietshäusern für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen.

Städtebaulich leitet das o. g. vorgezogene Wohnhaus eine voll erhaltene wirkungsvolle Front von Fassadenzeilen ein, die von der Ecke der Nußbaumer Straße zur Eichendorffstraße reicht und ein authentisches Erscheinungsbild des Städtebaus der Jahrhundertwende vermittelt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0