Wohnhaus
Pferdmengesstraße 32 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2799 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Pferdmengesstraße 32, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.02.1985 |
| Stadtteil | Marienburg |
Die 2geschossige, 2achsige Halbvilla, die mit dem vom selben Architekten errichteten Nachbarhaus Pferdmengesstraße 30 eine bauliche Einheit bildet, gehört zu den ersten Halbvillen Marienburgs. Errichtet wurde das Haus um 1895 nach den Plänen des bekannten Kölner Gründerzeitarchitekten Josef Crones, von dem zahlreiche Gebäude in der Kölner Neustadt stammen und der in Marienburg u. a. die "Marienburg" entworfen hat. Stilistisch gehört die Halbvilla mit ihrem hervortretenden giebelbekrönten Eckrisaliten und dem malerisch verschachtelten Dach mit hohen Kaminen und Gaupe sowie einer Fassade in den natürlichen Materialien (im Gegensatz zum Stuck) Backstein, Werkstein, Putz und Fachwerk zu jener Gründerzeitarchitektur, die sich in romantischer Weise an die Glanzzeit der deutschen Bürgerhausarchitektur, die Renaissance, anlehnte und nach ihren Vorstellungen und den neuen Raumbedürfnissen interpretierte. Das Äußere dieser Halbvilla ist nahezu unversehrt erhalten, einschließlich dem rückwärtigen Wintergarten (bzw. Veranda). Verändert ist der äußere Charakter lediglich durch einen falschen Anstrich (ursprünglich materialsichtig) sowie das Weiß der zum großen Teil detailiert nachgearbeiteten Flügelfenster mit sprossierten Oberlichtern (ursprünglich dunkelbraun oder dunkelgrün). Im Innern ist die ursprüngliche Raumstruktur weitgehend erhalten bzw. wiederhergestellt worden (in den historischen Bauplänen überliefert). Nicht mehr erhalten ist im Vestibül der untere Teil der Treppe (neu nachgearbeitet). Es fehlt im Vestibül auch die für die Bauten von Crones typische Mittelsäule, die in den Bauplänen dokumentiert ist. Verändert sind im EG ferner der Küchentrakt sowie im ersten Stock der Raum im straßenseitigen Risalit, wo ein modernes Bad installiert wurde. Sämtliche Zimmer besitzen kassettierte Holztüren, die weitgehend original sind. Der überwiegende Teil der historischen Türbeschläge stammt nicht aus diesem Haus, sondern aus dem Kunsthandel. Original sind bis auf die Mittelfelder (Rosetten) auch sämtliche Stuckdecken im EG. Erschlossen wird das Haus durch eine bis zum DG original erhaltene holzsichtige Holztreppe.
Die weitgehend original erhaltene Halbvilla vermittelt als qualitätsvolles Beispiel den in Köln heute kaum noch vorhandenen Typen einer Gründerzeit-Halbvilla, wie sie zahlreich einst die vornehmen Viertel der Kölner Neustadt zierten. Anhand der bis ins Detail erhaltenen Außenfront wird zudem das hohe Niveau jener Architekturepoche mit dem Umgang historischer Vorbilder (Renaissance) eindrucksvoll und lehrhaft vermittelt. Ferner ist die Villa ein wichtiges Beispiel für die für Köln so bedeutende Architekturepoche der Gründerzeit und dann für das Schaffenswerk des wichtigen Kölner Architekten Josef Crones, dessen Werk es wissenschaftlich zu erforschen gilt. Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt weitgehend vom Krieg verschonten und noch im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villen-Kolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Diese Halbvilla trägt (zusammen mit der anderen Haushälfte) als historischer und zudem noch aus der Anfangsphase stammender Bau zur Ablesbarkeit des historischen Städtebaukonzepts "Villen-Colonie" der Gründerzeit entscheidend bei. Für die Ortsgeschichte Marienburgs ist das Haus von großem Interesse, weil es zu den ersten Bauten hier gehört und zudem noch von dem Architekten entworfen wurde, der auch den Hauptbau Marienburgs entworfen hat, die "Marienburg".
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0