Wohnhaus
Schillingsrotter Weg 7 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2803 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schillingsrotter Weg 7, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.03.1985 |
| Stadtteil | Marienburg |
Die um 1910 errichtete 2geschossige Villa mit ausgebautem DG, Schopfwalmdach, seitlichem straßenseitigen Erker sowie seitlichem Anbau wurde 1927 zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut. Das Haus besitzt eine schlichte Putzfassade. Gliedernde Elemente sind neben dem Erker und dem Anbau vor allem die original erhaltenen Fenster mit sprossierten Oberlichtern. Aus der Erbauungszeit sind original erhalten der Vorgartenzaun sowie im Innern das Holztreppenhaus, die Etagengrundrisse, Parkettböden, Stuckdecken (teilweise nur Hohlkehlen), die Zimmertüren sowie die Haustür.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt weitgehend vom Krieg verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villen-Kolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Das Haus Schillingsrotter Weg 7 trägt als historischer Bau zur Ablesbarkeit des städtebaulichen Konzepts "Villen-Kolonie" der Gründerzeit bei. Das als Villa errichtete Wohnhaus repräsentiert in seiner Architektur den großbürgerlichen Baustil der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg, ein Baustil, der sich durch eine große Ausgewogenheit in den Proportionen und eine künstlerische Durchformung selbst kleinster Details auszeichnet. Ein wissenschaftliches Interesse besteht an diesem Haus, weil es für die Forschungen auf dem Gebiet der Kölner Wohnarchitektur, in diesem Fall Villenarchitektur, bedeutend ist. Das Haus Schillingsrotter Weg 7 stellt durch seine Örtlichkeit, seinen Bautypus und seine Gestaltung ein wichtiges geschichtliches Zeugnis im Rahmen der Ortsgeschichte Marienburgs dar. Es belegt als gebautes Dokument die Weiterentwicklung der "Villen-Kolonie" kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Ebenso lassen sich an dem Bau die gesellschaftlichen Veränderungen innerhalb Marienburgs durch die Jahrzehnte beweisen bzw. belegen: den neuen Verhältnissen entsprechend gibt sich das Haus im Vergleich zu den Villen der Jahrhundertwende wesentlich kleiner, ohne Park und ohne Kutscherhaus u. a. Eine weitere Veränderung, die für die Ortsgeschichte typisch ist, erfährt der Bau dann 1927, als er selbst in dieser relativ geringen Größe für die Verhältnisse der 20er Jahre noch immer zu groß ist und somit umgebaut werden muß. Hiermit wird besonders deutlich der gesellschaftliche Wandel während der Weimarer Republik in einem Beispiel einst großbürgerlicher Architektur belegt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0