Wohnhaus
Robert-Heuser-Straße 11 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2829 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Robert-Heuser-Straße 11, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.03.1985 |
| Stadtteil | Marienburg |
Die in dem Buch "Joseph & Willy Brandt, Bauunternehmung. Köln um 1930" publizierte Villa wurde nach vorhandenen Planunterlagen im Jahre 1911 durch den Architekten Joseph Brandt und das Bauunternehmen Joseph & Willy Brandt errichtet. In stilitischer Hinsicht folgt die Architektur dieser 2geschossigen Villa mit hohem Mansarddach den Reformbestrebungen der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg, die sich insbesondere am Barock und Klassizismus orientierten. Charakteristisch für die Außenfront des annähernd auf einem quadratischen Grundriß errichteten Hauses ist eine leichte Rhythmisierung der Fassade durch flache Risalite und Erker und eine seitliche Fortsetzung der Fassade in den Dachbereich durch Giebel bzw. abgewalmte Aufbauten. Nahezu sämtliche Fenster sind durchgehend mittels kleinteiliger Sprossen gerastert und besitzen überwiegend im OG noch Schlagläden. Die Fassade war ursprünglich nur (sandfarben) geputzt. An dem straßenseitigen Erker ist ein figürliches Relief hervorzuheben. Auf der Wandfläche neben dem Erker befand sich ursprünglich ein Lattenrost. Weitgehend original erhalten ist auch die straßenseitige Einfriedung mit Mauer, Pfosten und Zaun. Verändert sind bei dem Haus außenseitig v. a. der obere Teil des Daches, wo neue Öffnungen (Gaupen) eingebracht wurden, sowie an der Rückfront der Bereich der ehemaligen Terrasse. Rückseitig befindet sich auch ein neues Außentreppenhaus zur Erschließung der jetzt seperaten oberen Etagen. Im Innern hat das Haus weitgehend seine ursprüngliche Grundrißstruktur bewahrt. Zentrum ist eine 3geschossige Treppenhalle mit Holztreppenhaus, Holzvertäfelungen, Buntverglasungen und einem mit Stanzblechen verkleideten Heizkörper. Die Räume des EG, Eßzimmer, Salon und Herrenzimmer, besitzen den originalen Stuck sowie teilweise noch originale Lampen, originale zeitgenössische Zwischentüren und teilweise ergänzte Buntverglasungen. Im 1. OG besitzen die Decken schlichte Kehlleisten sowie fast sämtliche Räume die originalen Türen. Im Bad sind zeitgenössische Buntverglasungen erhalten. Der Ausbau des Dachraums erfolgte 1984. Die oben beschriebene und nahezu original erhaltene Villa ist ein bauliches Dokument für das hohe Niveau der Architektur kurz vor dem Ersten Weltkrieg (Zeit der Kölner Werkbund-Ausstellung). Die bis ins Detail hin sorgfältig durchgeplante Villa folgt den Richtlinien des "Goldenen Schnitts". Im Zusammenhang mit der Erforschung der Kölner und insbesondere der Marienburger Bausubstanz sowie des Schaffens von Joseph Brandt ist dieser Bau von großem wissenschaftlichen Interesse. Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt weitgehend vom Krieg verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschossensten Villen-Kolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Das Haus Robert-Heuser-Straße 11 trägt als historischer Bau entschieden zur Ablesbarkeit dieses städtebaulichen Konzepts "Villen-Kolonie" bei. Innerhalb der Ortsgeschichte Marienburgs dokumentiert dieser Bau die Endphase des großzügigen Villenbaus kurz vor dem Ersten Weltkrieg.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0