Wohnhaus
Worringer Straße 19 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2882 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Worringer Straße 19, 50668 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.03.1985 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Um 1905 erbaute Halbvilla; 2 Geschosse, Souterrain und ausgebautes Dachgeschoß (zusätzlich späterer Spitzbodenausbau); individuelle Fassadengestaltung mit Heimatstilelementen, wechselnde Materialien und unterschiedliche Fensteröffnungsformen; Fenster teilweise original, teilweise originale eiserne Fenstergitter im Souterrain; Dachansatzzone mit umlaufendem Fachwerkband und ornamentiertem Kranzgesims unter vorkragenden Traufkanten des Daches. Straßenseitig Werksteinfassade; 2 Achsen, Betonung der linken Achse durch flache Vorlage mit zweigeschossigem, dreiseitigen Erker (OG und Bedachung verschiefert) und verschiefertem kielbogigen Giebel. Seitlich Putzfassade, Souterrain backsteinsichtig; 4 Achsen, beide mittleren Achsen risalitartig vortretend, dabei rechts OG aus Fachwerk, links turmartiger Aufbau aus Fachwerk mit Zeltdach; rundbogige Hauseingänge, ehemaliger Haupteingang unter verschiefertem Vordach. Rückwärtig Putzfassade, Souterrain backsteinsichtig; 2 Achsen, rechts als Risalit vortretend mit Fachwerkgiebel, links originale zweigeschossige Loggien in Fachwerkkonstruktion mit dreiteiligen Bogenöffnungen (Verglasung neu), Treppe mit originalem Eisengeländer. Im Inneren original: Marmorfußboden im ehemaligen vorderen Hausflur, Wandverkleidung aus Marmor im hinteren Hausflur, Marmorfensterbänke in Treppenhaus und Zimmern, Terrazzotreppe mit Eisengeländer, ein Heizkörper, Wandfliesen (überklebt) in der ehemaligen Küche im Souterrain, Zimmer- und Wohnungstüren in Souterrain und Dachgeschoß.
Die Villa Worringer Str. 19 ist ein baugeschichtliches Zeugnis der Kölner Neustadt. Im Zeitalter der Industrialisierung erlebte Köln einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Dichte der Bevölkerung nahm sprunghaft innerhalb des alten Stadtgebiets zu. Die Erweiterung der Stadt geschah 1880 mit Gründung der Neustadt auf dem Gelände der niedergelegten mittelalterlichen Befestigungen nach Plänen des Stadtbaumeisters Josef Stübben; sie gilt als die bedeutendste Stadtplanung des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Das Neustadt-Ensemble wurde im Zweiten Weltkrieg sehr geschädigt und im Anfang des Wiederaufbaues, in Verkennung seines besonderen historischen und städtebaulichen Wertes, nachhaltig verändert. Die Villa Nr. 19 gehört zum Restbestand der Erstbebauung in der Worringer Straße, die nach Festlegung der Fluchtlinienpläne um 1890 angelegt worden war. Ausgeführt als Halbvilla, korrespondiert der Bau mit dem Nachbarhaus Nr. 21 in Höhe, Proportionen und Fassadenelementen, wodurch sich ein repräsentativer Gebäudekomplex ergibt. Dieser vermittelt mit den Bauten Nr. 23, 10, 12/14, 28 und 30 das vornehme Erscheinungsbild einer Villenstraße im nördlichen Neustadt-Viertel.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0