Wohnhaus

Worringer Straße 14 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3017
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Worringer Straße 14, 50668 Köln
Baujahrum 1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.06.1985
Stadtteil Neustadt/Nord

Die 2geschossige Villa mit hochliegendem Souterrain wurde um 1908 in dem derzeit zum Klassizismus tendierenden mitteleuropäischen "Villenstil" errichtet. Das zur Straße hin axial orgnaisierte Gebäude wird in der Mittelachse von einem halbrund vorragendem Erker beherrscht, der im DG durch einen turmartigen Aufsatz bekrönt wird. Dieser Vorbau ist in gelbem Sandstein ausgeführt, aus dem auch der Sockel des Hauses und die Seitenerker gefügt wurden. Die übrigen Gebäudeflächen sind verputzt. Ein gestuftes, leich t geschwungenes Walmdach faßt das Gebäude zeltförmig zusammen. Die Fenster wurden als Sprossenfenster erneuert. Die Eisengitter der Einfriedung und des Souterrrains sind original. Das Gebäude wurde seitlich über einen Treppenaufstieg in Werkstein erschlossen, die das hohe Souterrain überbrückt. Über der Eingangstür befindet sich eine ornamentale Plastik. Zu beiden Seiten sind nahe der Vorderfront 1achsige Erker vorgezogen, die durch eingestellte Säulen geschmückt werden. Ein kurzer Gartenflügel aus Sandstein ist bis zum Hochparterre an die rückwärtige Fassade gesetzt; darüber befindet sich ein Balkon mit originalem Eisengitter.

Die Villa ist im Innern überaus reich ausgestattet; durch eine Renovierung im Jahr 1984 wurde der Originalzustand weitgehend wiederhergestellt. Bemerkenswert ist in der Eingangshalle der Kamin in Deutscher Renaissance, der, wie zwei weitere Kamine im Hause, teilweise aus mittelalterlichen Architekturelementen zusammengesetzt scheint. Dies betrifft sowohl den reichen figürlichen Werksteinfries des Vorbaus wie auch die eingesetzten Delfter Kacheln und gußeisernen Kaminplatten. Die hohe Holzvertäfelung ist wie die in kräftigem Raster stuckierte Decke ein typisches Gestaltungselement dieser herrschaftlichen Eingangshalle, aus der die Eichentreppe in die OGs führt. Bemerkenswert sind die mit flachen Bändern unterschiedlich stuckierten Zimmerdecken, die durch stuckierte Wandspiegel ergänzt werden. Im Gartensalon mit etwas niedrigerem vertäfteltem Alkoven ist ebenfalls ein antiker Kamin eingebaut. Eingebaute Schränke, teilweise in die Vertäfelung der Räume eingepaßt, sind zusammen mit den aufwendigen Füllungstüren (teilweise Verglasung) Dokumente des handwerkliche und stilistisch ausgereiften Ausbaus. Ein dritter Renaissance-Kamin steht in einem der zur Straße liegenden Räumen. Im 1. OG ist die Ausstattung einfacher gehalten, die Decken werden von einer Hohlkehle eingefaßt. Türen wie im EG, ein neuerer Kamin mit neuzeitlichen Kacheln steht in einem der Gartenzimmer. Der Ausbau des DG ist neuzeitlich. Städtebaulich ist die - neuerdings überwiegend gewerblich - genutzte Villa ein in Restbeständen verbliebenes Dokument der ehem. großbrügerlichen Villenbebauung der nördlichen Neustadt in Rheinnähe, wie sie sich auch noch in den Nachbarhäusern 10 und 12 erhalten hat. Innerhalb des immer stärker von Verwaltungsbauten besetzten Gebietes ist das mit einem kleinen Garten verbundene Anwesen ein unverzichtbares Dokument der Wilhelminischen Erstbebauung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0