Wohn- u. Geschäftshaus

Hohenzollernring 94 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3275
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Hohenzollernring 94, 50672 Köln
Baujahr1931 bis 1942
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.10.1985
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Gebäude ist ein orts- und baugeschichtliches Zeugnis der Kölner Neustadt. Es dokumentiert die Nachfolgebebauung des Hohenzollernrings um 1936/37. Die ersten Abbrüche größeren Ausmaßes erfolgten in dieser 1882 angelegten repräsentativen Neustadtstraße in den 30er Jahren. So entstand das Gebäude Nr. 94 auf dem Gelände zweier 1884/85 erbauter und 1936 abgerissener Häuser. Es gehört zu den wenigen Bauten am Ring, das verhältnismäßig gut den Zweiten Weltkrieg überstand und auch keine tiefgreifenden Veränderungen in der Wiederaufbauphase erfuhr.

Es weist sich als 4achsiges, 6geschossiges, mit Attikageschoß versehenes Geschäftswohnhaus aus. Von Interesse ist seine aus der Funktion entwickelte, durch Baukontraste und Symmetrie gekennzeichnete Gestaltung, die v. a. in der Straßenfassade ihren Ausdruck findet. Der 2geschossige Ladenbereich, der nach oben durch einen breiten Mauerstreifen mit Gesims abgegrenzt wird, kontrastiert mit seinen weiten rechteckigen, für große Glasflächen konzipierte Maueröffnungen zur kleinteilig strukturierten Wandfläche der OGs, deren Merkmal axial ausgerichtete, dicht gereihte Fensterpaare sind. Ein vom dritten bis zum fünften Geschoß reichender Mittelerker verleiht der Fassade plastischen Akzent. Das weit vorladende Attikagesims gibt dem Gebäude zusammenfassenden Abschluß. Die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung vervollständigen Sprossenfenster in originaler Teilung mit ihren feingliedrigen Gitterabschlüssen. Besonderer Schmuck des Gebäudes ist eine überlebensgroße Bronzefigur (Frauenakt mit Fackel, signiert und datiert E. Schmitz 1937; z. Z. zur Restaurierung), die in Höhe des dritten Geschosses die Hausmitte betont. Die OGs auf der Hofseite besitzen Balkone.

Der repräsentativen Gestaltung der Straßenfassade entspricht im Hausinnern der im Raumverhältnis großzügig gehaltene und mit Werkstein ausgestaltete Eingangsbereich. Von der originalen Ausstattung sind die Terrazzotreppe mit Eisenstabgeländer und Antrittspfosten, Stahlsprossenfenster im Treppenaufgang, Zimmertüren und Parkettböden in den Wohnungen vorhanden.

Städtebaulich markiert das Haus den rechtsseitigen Abschluß des Hohenzollernrings. Es stimmt in Höhe, Geschoßeinteilung und Fassadenelementen mit dem angrenzenden Gebäudekomplex Kaiser-Wilhelm-Ring 2 - 4 überein, so daß es mit diesem ein Bauensemble bildet, das an der Nahtstelle beider Ringe von dominierender Wirkung ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0