Wohnhaus

Hildeboldplatz 15 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4632
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hildeboldplatz 15, 50672 Köln
Baujahr1883 bis 1885
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.06.1988
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Wohnhaus wurde 1883 - 85 erbaut. Baukünstlerisch bezeugt das 4-geschossige, 3-achsige traufständige Wohnhaus die typischen Merkmale der ersten Welle der Kölner Historismus-Architektur nach 1880. Die rationelle und zurückhaltende Fassadengestaltung betont in ihrem strengen symmetrischen Aufbau die Tradition des bürgerlichen Klassizismus, der auch die Gründerwelle der Kölner Wohnbauten entscheidend prägte. Der Hauptakzent auf der flachen Ädikula in der Mitte des 3. OG ist überraschenderweise in der linken Zone nicht weiter verfolgt, das letzte Geschoß scheint so auf die zwei Hauptgeschosse mit dem rhythmisch gequaderten Unterbau gesetzt zu sein.

Die reichlich gekröpften Kranzgesimse, die unter allen drei Fenstern des 3. Obergeschosses sich ziehende flache Balustrade, die florale Ornamentik des 2. Obergeschosses, sowie die rhythmisch aufgefaßte Fensterrahmung der Hauptgeschosse und des Eingangs sorgen für den waagerechten Ausgleich zum Pilasterschmuck der Mittelachse. In dem Quader des niedrigen Haussockels sind noch die ursprünglichen Schmiedeeisenfenster, die die ruhige Harmonie und die In-sich-Geschlossenheit der ganzen Fassadengestaltung bis ins letzte Detail vervollständigen, erhalten.

Ortsgeschichtlich dokumentiert die noch fast lückenlose Hausreihe des Hildeboldplatzes die Erstbebauung des nordwestlichen Stadtrayons und so die ursprüngliche Entstehungsgeschichte der inneren Neustadt. Die Bebauung nach dem von J. Stübben 1881 erstellten urbanistischen Erweiterungsplan erfaßte auch die Umgebung der alten Stadthöfe, die früher als "Wettscholder", seit Anfang des 17. Jahrhunderts allgemein als "Klapperhöfe" bezeichnet wurden. Die Bebauung des Hildeboldplatzes brachte repräsentative Häuser für Bürger mit gehobenen Wohnansprüchen sowie auch die entsprechende Handels- und Vergnügungsversorgung des ganzen Stadtviertels hervor.

Städtebaulich bedeutend ist das geschilderte Wohnhaus als Teil des ganzen noch erhaltenen Straßenensembles, das sich mit kleinen Unterbrechungen vom Eckhaus (Nr. 1, 1 a) bis zum Haus Nr. 21 zieht. Es vermittelt das ursprüngliche Erscheinungsbild einer parallel zum Ring führenden Wohnachse, die als ein authentisches Zeugnis der Anfänge des modernen Urbanismus der Stadt Köln bis heute aussagefähig ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0