Wohnhaus
Ubierring 44 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3345 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ubierring 44, 50678 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.11.1985 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist ein orts- und baugeschichtliches Zeugnis der Kölner Neustadt. In seiner Erscheinung dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung des Ubierrrings im Jahr 1906. Die Erweiterung von Köln erfolgte 1880 mit der Gründung der Neustadt auf dem Gelände der niedergelegten mittelalterlichen Stadtbefestigung nach Plänen des Stadtbaumeisters HermannJoseph Stübben; sie gilt als die bedeutendste Stadtplanung des 19. Jh. im Rheinland. Die Bebauung des Ubierrings setzte um 1890 ein, vollzog sich im wesentlichen um 1900 bis 1906. Das Neustadtensemble wurde im Zweiten Weltkrieg sehr geschädigt. Das Haus Nr. 44 gehört, obwohl teilweise auf der dritten Fensterachse zerstört, zum Restbestand der Erstbebauung und ist aus diesem Grund von denkmalpflegerischem Interesse.
Der auf 1906 inschriftlich datierte Bau weist sich als ein 3achsiges, 4geschossiges, mit Souterrain versehenes Geschäftswohnhaus aus, dem hofwärts ein Seitenhaus angefügt ist. Vom Typ gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses mit L-förmigem Grundriß. Von Bedeutung ist die baukünstlerische Gestaltung des Hauses, die besonders in der mit Werkstein verblendeten Hauptfassade zum Ausdruck kommt, sowie in der dem Hauscharakter entsprechenden gehobenen Innenausstattung. Die Straßenfront besitzt eine Symmetrieordnung, die durch einen auf Konsolen ruhenden, vom zweiten bis vierten Geschoß reichenden Erker mit Balkonabschluß und Giebelbekrönung betont wird. Erker, Giebel und teilweise Fensterumrahmungen sind geschmückt mit Zierelementen im floralen Jugendstil. Fenster, schmiedeeisernes Gitter und Haustür - weitgehend im Original erhalten - ergänzen die sich auch auf Ausstattungstücke erstreckende ästhetische Einheit der Fassadengestaltung.
Von der originalen Einrichtung im Hausinnern sind vorhanden: Marmorausstattung (Fußboden, Wandsockel, Differenzstufen), Wand- und Deckenstuck im Treppenaufgang; z. T. Wohnungstüren; Deckenstuck und Zimmertüren in den Wohnungen.
Städtebaulich ist das Haus ein wichtiger Verbindungsbau zu den historischen Gebäuden Nr. 48 (ehem. Maschinenbauschule), 48 a, 50 und 56. Diese und die auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindlichen Altbauten bilden ein Straßenensemble, das dem Ubierring sein charakteristisches Gepräge gibt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0