Wohnhaus
Mehlemer Straße 31 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3501 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mehlemer Straße 31, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.03.1986 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das Haus Mehlemer Straße 31 ist nach Grevens Adressbuch 1924 für den Kölner Kaufmann Preukschat errichtet worden. Im wesentlichen wird es von lokal-traditionellen Stilmitteln geprägt. Es gehört damit zu jenen Bauten Mitte der 20er Jahre, die bewußt die Reformelemente der Vorkriegsarchitektur weiterentwickelten. Die 2geschossige Eckvilla mit Walmdach ist ein heute weiß gestrichener Putzbau. Mehrfach horizontal gegliedert wird der Bau durch einen feinen Rücksprung des Sokkelputzes, einem profilierten Sohlbankgesims und schließlich einem kräftigen in sich mehrfach profilierten Kranzgesims. Ein polygonaler erdgeschossiger Erker und ein ebenfalls polygonaler Treppenhausturm, der bis in den Dachbereich aufsteigt, verlebendigen die beiden Straßenfassaden. Der nischenartige Eingang des Hauses mit seinem halbkreisförmigen Sturz liegt zur Mehlemer Straße. Feine halbrunde Stuckprofile, die sich teilweise korbbogenartig aufwölben, rahmen die ansonsten 4eckigen Fenster des Erdgeschosses. Oberhalb der Fenster wird der Altanbereich zusätzlich durch ein expressionistisches Stuckrelief und Profilkassetten geschmückt. Im Obergeschoß nehmen die Fensterlaibungen, nach leicht horizontalen Versprung selbst das Motiv des Korbbogens im Sturz auf, wie auch innen einige Türdurchbrüche im Erd- und Obergeschoß in dieser Form ausgeführt sind. Wichtigstes Gestaltungsmerkmal des gartenseitigen Wohnraums im Erdgeschoß ist eine reich ornamtierte sog. Kölner Decke. Ansonstern sind die Decken des Erdgeschosses mit halbrunden Stuckleisten versehen. Die Diele der Hauses ist vertäfelt. Nahezu alle Türen sind noch original vorhanden. Durch spätere Umbauten sind im Dachgauben eingebaut worden.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architeketen Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Mehlemer Straße 31 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburg ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturvielfalt vom Historismus zur Moderne, vom Palais bis zum einfachen Landhaus, unterstützt. Erst durch diese Vielfalt der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Das Haus Mehlemer Straße 31 ist in seiner Gesamtkonzeption als auch der Detailausführung - wie oben erläutert - ein Gebäude von hoher künstlerischer Qualität und Bedeutung. Stilistisch steht das Haus in der Tradition der vom Deutschen Werkbund beeinflußten Reformarchitektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, einer Architekturströmung, die eine Abkehr von den stuckierten Bauten des 19. Jh. und eine Zuwendung zu einer heimatlichen Bauweise wollte. In diesem Sinn ist das Haus romantisch-malerisch durchgeformt. In der Fortführung dieser Tradition nach dem Krieg ist das Haus ein wichtiges Zeugnis der Architekturentwicklung Mitte der 20er Jahre, an deren wissenschaftlichen Erforschung ein großes Interesse besteht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0