Wohnhaus
Robert-Heuser-Straße 5 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3504 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Robert-Heuser-Straße 5, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.03.1986 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das 2-geschossige Haus wurde laut Grevens Adressbuch 1901 für den Kölner Fabrikanten Richard Möller vermutlich von italienischen Architekten errichtet. Der Baustil der Villa stützt diese Vermutung. Mit ihrer verwinkelten Bauweise, dem markanten Turm, den modellierten Fensterstürzen aus Kunststein, den applizierten Volutenkonsolen, Muschelornamenten und Oculi gehört die Villa zu jener ausgehenden Gründerzeit barocker Schloßbauten anlehnte, diese jedoch nach bürgerlichen Vorstellungen und deren Raumbedürfnisse uminterpretierte. Ein hohes durchfenstertes Mansarddach ergänzt das Erdgeschoß mit einem vollwertigen zweiten Geschoß. Das äußere der Villa ist nahezu unversehrt erhalten. Lediglich die Turmhaube, als krönender Abschluß des Turms, ist nach seinem Verlust nicht mehr erneuert worden. Die Fenster mit ihrer dichten Durchsprossung über dem Kämpfer sind, abgesehen von denen des Wintergartens, noch original erhalten, einige wenige später behutsam erneuert worden. Der heutige sonnengelbe Farbanstrich des Putzes hat einen weißen Anstrich verdrängt, der selbst die ehem. Farbigkeit des Baus überdeckte.
Im Innern ist die ursprüngliche Raumstruktur weitgehend erhalten. Nicht mehr erhalten ist der Wintergarten, der jetzt in das große Wohnzimmer im Erdgeschoß räumlich integriert wurde. Der Spitzboden, nachträglich ausgebaut, wird über eine zusätzliche Dachgaube belichtet. Zu dieser Änderung gehört auch ein Badeinbau im obersten Turmgeschoß. Ansonsten sind nahezu alle Türen (bei Verlust der originalen Beschläge), das Holztreppenhaus mit seinem balusterimmitierenden Lauf und die stuckierten Deckenprofile original erhalten.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Robert-Heuser-Straße 5 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburg ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturvielfalt vom Historismus zur Moderne, vom Palais bis zum einfachen Landhaus, unterstützt. Erst durch diese Vielfalt der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Das Haus Robert-Heuser-Straße 5 ist wie beschrieben in seiner Gesamtkonzeption und in der Detailausführung ein Gebäude von hoher künstlerischer Qualität und Bedeutung. Der gesamte Formenkanon einer großen barocken Villa ist hier auf engem Raum zu einem Kleinod zusammengedrängt. Anhand der bis ins Detail erhaltenen Außenfront wird das hohe Niveau jener Architekturepoche im Umgang mit historischen Vorbildern eindrucksvoll und lehrreich vermittelt. Als qualitätsvolles und außergewöhnliches Beispiel der ausgehenden Gründerzeitarchitektur kurz nach der Jahrhundertwende ist die Villa ein wichtiges Bauzeugnis, an dessen wissenschaftlicher Erforschung ein großes Interesse besteht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0