Villa
Robert-Heuser-Straße 7 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8661 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Villa |
| Adresse | Robert-Heuser-Straße 7, 50968 Köln |
| Baujahr | 1927 bis 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.08.2004 |
| Stadtteil | Marienburg |
Erbaut 1927/28, Entwurf: Georg Falck, linke Hälfte der Doppelvilla Robert-Heuser-Str. 7-7a, spiegelbildliche Teile, 2-geschossig, 4-achsig, vorkragendes Fußwalmdach.
Straßenseitige Fassade:
Rechte Achse: 3-bahnige Holzflügelfenster mit Oberlicht.
Linke Achse im EG mit schmalem, über Eck gesetzten Fensterband mit schmiedeeiserner Vergitterung, darüber im 1. OG veränderte Fensteröffnung, (hier ehemals Loggia); horizontale Gliederung durch schlichtes, durchlaufendes Sohlbankgesims (heute durchbrochen durch späteren Fenstereinbau); DG mit weit vorkragender Traufe über profiliertem Gesims,
Gauben verändert, ehemals nur 2 kleine Gauben je Gebäudehälfte.
Rückwärtige Fassade:
3 Achsen, Terrasse garagenseitig teilw. überdacht, mittig Balkon mit schmiedeeisernem Geländer, Sprossenfenster- und Türen (Terrasse sowohl von Küche als auch Wohnraum zugänglich).
Nördl. Seitenfassade:
3 Achsen (unregelmäßig), vorgezogene Treppenhausachse durchbricht das weit vorgezogene Dachgesims etwa in dessen Tiefe, um 4 Stufen erhöhter Hauseingang, Haustür original mit Gitter; Über ca. 1 ½ Geschosse schmales hochrechteckiges Fenster mit ebenfalls hochrechteckiger Sprossengliederung. Dachfenster mit Halbkreisform und fächerartig angeordneten Sprossen.
Im Inneren original erhalten:
Grundriss weitgehend;
Eingangsbereich und Treppenhaus mit s/w Marmorfliesen, Treppe, Treppengeländer und Handlauf (Holz), Antrittspfosten mit Vorlagen und knaufartigem Aufsatz.
Teilw. Holztüren mit Füllung u. profilierter Rahmung, schlichter Stuck (Kehlung), teilw. Parkett, Heizkörperverkleidung; teilw. Fensterbänke (weißer Marmor); Küche und Speisekammer mit s/w Bodenfliesen, Wandschrank.
Bestandteile des Denkmals sind auch die aus der Bauzeit stammende Garage, der große rückwärtige Ziergarten sowie der straßenseitige Ziergarten mit Einfriedung (Betonsockel mit Pfeilern und Deckplatten sowie Vergitterung).
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Robert-Heuser-Straße 7 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg".
Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung von Tradition (bspw. Walmdach) zur Moderne (bspw. über Eck gesetzte Fensterbänder) dokumentiert. Erst durch diese Vielfalt der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Das Haus Robert-Heuser-Str. 7 ist wie oben ausgeführt in seiner phantasievollen Gestaltung, als auch in der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung.
Stilistisch gehört es zur vom Deutschen Werkbund beeinflussten Reformarchitektur bald nach der Jahrhundertwende, die mit der Verwendung sogenannter "ehrlicher" Materialien - im Gegensatz zum Stuck - die einzelnen Funktionen eines Bauwerks außen erkennbar werden lassen. Die Forderung des Deutschen Werkbundes nach qualitätsvoller, funktionsgerechter Verwendung der Baumaterialien unter Ausnutzung des handwerklichen und industriellen Niveaus der Zeit ist an allen Details des Hauses ablesbar. Es entstand so eine repräsentative Villa, die ein hervorragendes Zeugnis der Architekturentwicklung in den 1920er Jahren darstellt.
Georg Falck (1878 – 1947), vielbeschäftigter und neben Robert Stern bedeutendster Kölner Architekt jüdischen Glaubens in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, arbeitete seit 1919 auch in Marienburg, wo er mit insgesamt 10 Objekten vertreten ist. Seine Bauten direkt nach dem 1. Weltkrieg zeigen Traditionsverbundenheit, sind aber im Erscheinungsbild oft von äußerster Sachlichkeit und Zurückgehaltenheit. Ende der 20er Jahre zählt Georg Falck zu den fortschrittlichen und konsequenten Vertretern des "Neuen Bauens" in Köln. Er ist in jenen Jahren einer der wichtigsten Architekten auf dem Sektor des Warenhausbaus im Deutschen Reich. So war Georg Falck auch ab etwa 1911 bis zu seiner Emigration "Hausarchitekt" der Leonhard Tietz A.G.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0