Wohnhaus
Richard-Wagner-Straße 25 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3521 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Richard-Wagner-Straße 25, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.03.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Hermann-Joseph Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde, die sich halbkreisförmig um die Altstadt ziehende Bauzone ist im städtebaulichen Standard stark differenziert und wird durch die sog. Ringe verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof St. Gereon andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung. Die Richard-WagnerStraße ist eine nach Westen gerichtete breite Ausfallstraße parallel zur Aachener straße, die mit besseren bürgerlichen Wohnhäusern bebaut wurde. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden mit dem starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der infolge der Industrialisierung der Rheinlande nach der Besitznahme durch die Preußen einsetzte.
Das um 1895 erbaute 4geschossige Mietstockwerksgebäude besitzt eine Stuckfassade aus der Blütezeit des Historismus. Der reiche plastische Zierat verwendet Formenmaterial der Spätrenaissance, um dies aber durchaus eigenständig, v. a. im Bereich des doppelfenstrigen Mittelerkers, zu verwenden. Über dem rustizierten Erdgeschoß wirkt das erste Obergeschoß - die Beletage - besonders reich ausgeschmückt; die Dekoration schwächt sich zum dritten Obergeschoß hin ab, um schließlich seine Krönung in einem mit reichem Konsolenschmuck akzentuierten Kranzgesims zu finden. Die drei Dachgauben sind original. Die Haustür und die Überzahl der Fenster sind historisch und zeitgenössisch gestaltet.
Im Innern blieb der historische Ausbau weitgehend erhalten. Die Eingangshalle weist die originalen Differenzstufen in Marmor sowie die klassizistische Unterteilung der stuckierten Wände und Decke auf (Wandspiegel und Deckenfries). Auch die farbigen Fliesen des Eingangs sind historisch wie auch die reich ornamentierten Wohnungstüren, von denen eine nach dem Original rekonstruiert wurde. Vom Reichtum des als Gesamtkunstwerk angelegten Hauses kündet auch die Terrazzotreppe mit Eisengeländer sowie die in fast allen Wohnungen erhaltenen Stuckdecken, die allerdings teilweise abgehängt wurden.
Infolge der Kriegszerstörungen bildet das Gebäude zusammen mit dem Haus Nr. 33 den Rest der ehem. Erstbebauung der Richard-Wagner-Straße in diesem Straßenbereich und dokumentiert deshalb die ursprüngliche Maßstäblichkeit und Gestaltung dieses Teils der Neustadt der v. a. von repräsentativen Wohnbauten des mittlerern Bürgertums geprägt war.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0