Wohn- u- Geschäftshaus
Graf-Adolf-Straße 95 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3603 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u- Geschäftshaus |
| Adresse | Graf-Adolf-Straße 95, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.05.1986 |
| Stadtteil | Mülheim |
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das 1902 erbaute Wohn- und Geschäftshaus als Beispiel für die ab 1870 einsetzende großindustrielle Prägung der Kleinstadt Mülheim und ihre Ausdehnung über die Grenzen des alten Stadtkerns hinaus. Das Bauwerk ist charakteristisch für die um die Jahrhundertwende entstandenen Mietbauten mit gehobenem Anspruch.
Baukünstlerisch bedeutsam ist die im Jugendstil erbaute Stuckfasade des 4geschossigen (zzgl. giebelgeschossigen), fünf zu sechs achsigen, mansardgedeckten Hauses. Die Hausekke zur Kreuzung hin ist abgeschrägt und wird betont durch einen 2geschossigen Erker mit Balkonabschluß und Ziergiebel. Die Asymmetrie der Fassade wird betont durch zwei Erker mit Balkonaufsatz sowie drei Balkone je Fassade. Die auffällige, ebenfalls asymmetrische Putzquaderung umrahmt durchgehend die Fenster und Erker der ersten und zweiten Etage. Die Ornamentik (Früchtekorb, pflanzenartige Gebilde mit männlicher Maske) bezieht sich hauptsächlich auf Fensterbrüstungsfelder und Erkerbalkonbrüstungen. Die drei Giebelgesimse mit pilasterähnlichen Vorlagen sind mit einem Zickzackornament eingefaßt. Die Zuschrift auf dem Erker lautet: Anno domini 1902 und ist umgeben von dem Kölner und einem Familienwappen. Die ästhetische Einheit der Fassadengliederung vervollkommnen Originalfenster mit Oberlichtsprossen und schmiedeeiserne Balkongitter.
Im Innern des Hauses ist an originaler Einrichtung noch erhalten: inkrustierter Terrazzoboden, eine Terrazzotreppe mit gedrechseltem umlaufenden Geländer mit Zwischenpfosten und Antrittswange, zum großen Teil Wohnungstürabschlüsse und Zimmertüren sowie Stuck unter Deckenverkleidung.
Städtebaulich bemerkenswert ist das Gebäude in seiner stattlichen Größe als Blickpunkt an den Straßenmündungen. Als typischer Eckbau leitet er über zu den Jugendstilbauten in der Graf-Adolf-Straße 93 und der Frankfurter Straße 62. Als Bestandteil eines historischen Ensembles weist sich als Bauwerk als Zeugnis der ursprünglichen Bebauung um die Jahrhundertwende aus.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0