Wohnhaus
Graf-Adolf-Straße 93 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7117 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Graf-Adolf-Straße 93, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.04.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1905 erbaut; 5 Geschosse (4. OG Wiederaufbau); 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch dreigeschossigen polygonalen Erker; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Jugendstil, teilweise Rustizierung im 1. OG (ehemals auch im EG), EG durch Ladeneinbau verändert; Haustür und Fenster erneuert.
Rückseite: Putzfassade, Fenster erneuert, Hoftür original; verputzter viergeschossiger Anbau (3. OG Wiederaufbau) mit erneuerten Fenstern; seitlich und rückwärtig originale verputzte Einfriedungsmauern.
Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich Terrazzoboden, Wand- und Deckenstuck; im Treppenhaus Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer; Kellertür; Wohnungsabschlußtüren erneuert; teilweise Zimmertüren.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Graf-Adolf-Straße liegt als Allee in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße ein Viertel gehobener Wohnqualität, deren viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Die Fassade des Hauses Nr. 93 zeichnet sich durch unterschiedlich strukturierte Putzflächen und eine ehemals auch auf das Erdgeschoß ausgedehnte Rustizierung von Teilen des ersten Obergeschosses aus. Hinsichtlich ihrer Gliederungselemente des ausgehenden Jugendstils dokumentiert sie die Entstehungszeit des Hauses in der frühen Ausbauphase der Graf-Adolf-Straße. Als Zeugnis der Erstbebauung der Straße ist das o. g. Objekt, das im rückwärtigen Bereich die originalen Einfriedungsmauern des Hofes sowie wesentliche Teile der inneren Ausstattung bewahrt hat, deshalb für deren historisches Erscheinungsbild unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0