Wohnhaus

Graf-Adolf-Straße 87 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7143
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Graf-Adolf-Straße 87, 51065 Köln
Baujahrum 1910 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.06.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1910-14 erbaut; 4 Geschosse, Souterrain mit späterer Garageneinfahrt und ausgebautes Dachgeschoß; 3 Achsen, axialsymmetrischer Aufbau mit Betonung der Mittelachse durch Hauseingang und flach vortretenden dreigeschossigen Erker auf segmentbogigem Grundriß; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Neoklassizismus; teilweise veränderter Hauseingang, Haustür und Oberlichtfenster erneuert; erneuerte Holzfenster; Vorgarten mit erneuertem Einfriedungszaun auf originalem Mauersockel. Rückseite: Putzfassade, Fenster und Hoftür erneuert; seitlich je ein Anbau, verputzt, 3 Geschosse und Souterrain, erneuerte Holzfenster. Der eingeschossige Anbau im rückwärtigen Grundstücksbereich ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich roter Terrazzoboden und rote Terrazzotreppe zum Hochparterre mit Handläufen an den Wänden; im Treppenhaus zweifarbiger Tonfliesenboden und rote Terrazzotreppe mit Holzgeländer; Wohnungsabschlußtüren erneuert.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Graf-Adolf-Straße liegt als Allee in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzente des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße ein Viertel gehobener Wohnqualität, deren viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Haus Nr. 87, das zeitgleich mit dem Nachbargebäude Nr. 89 bei ähnlicher Grundriß- und Fassadengestaltung errichtet wurde, zeichnet sich durch seine im neoklassizistischen Stil mit antikisierenden, figürlichen Reliefplatten angelegte Fassade aus. Es dokumentiert als Zeugnis der Erstbebauung der Straße mit für diese ehemals typischem Vorgarten deren historisches Erscheinungsbild und ist als unverzichtbares Objekt deshalb unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0