Wohn- u. Geschäftshaus

Frankfurter Straße 62 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7128
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Frankfurter Straße 62, 51065 Köln
Baujahrum 1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.04.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1908 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß (2 originale Gauben); 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch Erker und Giebel; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil, EG verändert; Haustür erneuert; Fenster original; Rest eines schmiedeeisernen Aushängeschildes im 1. OG. Rückseite: Fassade backsteinsichtig; Fenster größtenteils original; Hofausgang verändert mit originaler Tür; Balkone mit originalen eisernen Geländern; drei- bis viergeschossiger backsteinsichtiger Anbau, größtenteils originale Fenster, Balkone mit originalen eisernen Geländern. Außentreppen von Keller und EG mit originalen Geländern. Der neuere eingeschossige Anbau im Winkel zwischen Vorderhaus und Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Innern original erhalten: Im Treppenhaus ornamentierter Tonfliesenboden, Terrazzotreppe mit Holzgeländer und geschnitztem Antrittspfosten, Kellertür, Wohnungstüren größtenteils original, Zimmertüren und Holzdielenböden teilweise.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Bedeutung der Frankfurter Straße, einer alten Ausfallstraße in Richtung Südosten, war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts deutlich gestiegen. Durch die stadträumliche Ausweitung und Neustrukturierung Mülheims im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 und den Bau der Mülheimer Brücke seit 1928 entwickelte sich die Frankfurter Straße zunächst zur repräsentativen Wohnstraße und anschließend zur heutigen Hauptgeschäftsstraße. Das im ersten Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende errichtete Gebäude Nr. 62 dokumentiert die Frühphase der Straßenbebauung, die im östlichen Abschnitt begann und sich auch stilistisch hinsichtlich ihrer noch in Jugendstilformen gestalteten Fassaden von der späteren abhebt. Im Ensemble mit dem benachbarten Eckhaus zur Graf-Adolf-Straße (Nr. 95) bezeichnet das o. g. Objekt, das weitgehend in originaler Substanz erhalten ist, als eines der wenigen Beispiele der historischen Erstbebauung eine unverzichtbare städtebauliche Situation, die auch baukünstlerische Qualitäten besitzt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0